Ackerwinde-beseitigen
Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2020

Die Ackerwinde gehört zu den Windengewächsen und ist in vielen Gärten und Äckern ein unwillkommener Gast. Durch ihr tiefliegendes Wurzelwerk ist eine Beseitigung oft zeitaufwändig und mühsam.

Hier wollen wir dir mit Tipps und Tricks zur Bekämpfung der Ackerwinde zur Seite stehen, damit dein Garten wieder gepflegt aussieht. Wir erklären dir, was du unbedingt über die Ackerwinde wissen musst und zeigen dir verschiedene Möglichkeiten zur Beseitigung der Ackerwinde auf.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ackerwinde wird auch convolvulus arvensis genannt. In Deutschland und den meisten Teilen Europas ist diese weit verbreitet.
  • Die Wurzeln der Ackerwinde sind dünn und gehen bis zu 2 Meter tief unter die Erde.
  • Die Ackerwinde lässt sich nicht durch einfaches Abschneiden der Stängel oder Hacken des Bodens beseitigen. Wirkungsvolle Methoden sind das Entfernen der Wurzeln, durch Umgraben und das Abdecken der befallenen Fläche.

Definition: Was ist Ackerwinde?

Die Ackerwinde, auch convovulus arvensis genannt, ist eine mehrjährige Pflanze, die zu den Windengewächsen gehört. Sie kommt in den meisten Teilen Europas vor. Auch in Deutschland ist sie weit verbreitet.

Durch ihre schnelle Ausbreitung und ihre Wurzeln, die weit in die Breite und in die Tiefe gehen, sind sie oft unbeliebte Untermieter in Gärten, Äckern und Wiesen.

Findet die Ackerwinde eine andere Pflanze, nutzt sie diese um sich an ihr emporzuschlingen, dabei windet sie sich bis zu 80 Zentimeter in die Höhe. Sind keine anderen Pflanzen vorhanden, breitet sie sich über den Boden aus.

Die Blüten der Ackerwinde können weiß, rosa und weiß, bis bläulich sein. Oft wird die Ackerwinde mit der Echten Zaunwinde verwechselt. Unterscheiden kannst du die beiden Pflanzen anhand der Größe ihrer Blüten.

Die Blüten der Echten Zaunwinde sind nämlich circa doppelt so groß wie die Blüten der Ackerwinde, die circa 2 Zentimeter lang sind. Außerdem sind die Blätter der Ackerwinde länglicher als die der Echten Zaunwinde.

Hintergründe: Was du über die Verbreitung von Ackerwinde wissen solltest

Im Folgenden wollen wir dir die wichtigsten Fakten über die Ackerwinde näherbringen. Wir erklären dir unter anderem, wie und wo sich die Ackerwinde verbreitet und warum eine frühe Bekämpfung so wichtig ist.

Woher kommt der Ackerwinde-Befall überhaupt?

Der Ackerwinde-Befall kann durch folgendes entstehen:

  • Samen: Die Samen der Ackerwinde können durch verunreinigte Erde und Saatgut und durch Tiere, wie Vögel, verbreitet werden. Wenn zum Beispiel bei deinem Nachbar oder auf einem naheliegenden Grundstück Ackerwinden wachsen, kann es sein, dass Tiere deren Samen in deinen Garten verschleppen und diese dann in deinem Garten aufkeimen. Die Samen der Ackerwinde keimen ganzjährig und bleiben sehr lange, sogar bis zu 20 Jahre, keimfähig.
  • Wurzeln: Die Wurzeln der Ackerwinde gehen bis zu 2 Meter tief in die Erde. Wird eine Wurzel durchtrennt können sich aus ihr neue Pflanzen bilden. So und durch verschleppte, oder falsch entsorgte Wurzelstücke (wie zum Beispiel durch Entsorgung von Wurzelteilen auf dem Kompost) können neue Ackerwinden entstehen.

Auf diese zwei Arten kann die Ackerwinde sich verbreiten.

Ist die Ackerwinde giftig?

Die Ackerwinde ist leicht giftig. Trotzdem hat die Ackerwinde auch ihren Nutzen. In der Naturheilkunde wird sie als Heilpflanze verwendet und wird zum Beispiel als Salbe verwertet.

An ihren Blüten können sich verschiedene Insekten, wie Käfer und Bienen laben. So kann die Ackerwinde in deinem Garten auch einen ökologischen Zweck erfüllen.

Wann blüht die Ackerwinde?

Die Ackerwinde besitzt Trichterblüten, die rosa und weiß oder weiß bis bläulich sind. Die Blätter der Ackerwinde sind eher länglich. In der Zeit von Juni bis September bildet die Pflanze ihre hübschen Blüten aus.

Ackerwinde beseitigen

Die Ackerwinde blüht zwischen Juli und September (Bildquelle: Thomas B. / pixabay)

Die Blüten der Ackerwinde werden von Insekten aller Art bestäubt und bilden 4 bis 5 Samen aus. Die Bildung der Samen erfolgt zwischen August und Oktober.

An welchen Standorten kommt die Ackerwinde besonders häufig vor?

Die Ackerwinde ist in den meisten Teilen Europas verbreitet, im Norden kommt sie nicht vor. Die Ackerwinde bevorzugt trockene Standorte. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Ackerwinde häufig anzutreffen.

Sie kann sich unter anderem auf Äckern, Wegrändern, Gärten oder Schutthaufen ausbreiten. Da die Ackerwinde sehr konkurrenzfähig ist, stört sie sich nicht an der Anwesenheit anderer Pflanzen.

Sie kann sich sogar an in deinem Garten blühenden Pflanzen hochwinden, und diesen so neben Nährstoffen wertvolles Sonnenlicht rauben.

Wann sollte ich mit der Bekämpfung der Ackerwinde beginnen?

Wenn es um die Ackerwinde geht, kannst du mit der Bekämpfung gar nicht schnell genug beginnen.Denn die Ackerwinde breitet sich sehr schnell aus.

Hast du erst eine oder wenige Ackerwinden in deinem Garten entdeckt, so lohn es sich, diese so schnell wie möglich samt ihrer Wurzeln auszugraben und zu entfernen. So kannst du einer weiteren Verbreitung der Ackerwinde vorbeugen.

Je früher du mit der Beseitigung beginnst, desto weniger sind die Wurzeln in die Erde vorgedrungen und umso leichter fällt demnach auch die Bekämpfung.

Denn Ackerwinden können ihre Wurzeln bis zu 2 Meter tief unter die Erde schlagen. Dadurch, dass ihre Wurzeln dünn sind und leicht abreißen, lassen sich diese auch schwer wieder entfernen.

Ein weiterer Grund, mit der Beseitigung frühestmöglich zu beginn, ist der, dass die Ackerwinde anderen Pflanzen schaden kann. Dadurch, dass sie andere Pflanzen nutzt, um sich an ihnen emporzuwinden und mit ihnen um Nährstoffe und Sonnenlicht konkurriert, kann sie diese in ihrem Wachstum einschränken.

Lässt sich die Ackerwinde durch Abschneiden beseitigen?

Schneidest du die Ackerwinde am Stängel einfach ab, so kann dies zu einer kurzfristigen Schwächung der Pflanze führen.

Das Problem ist, dass sich die Ackerwinde dadurch nicht aufhalten lässt. Denn ihre Wurzeln gehen tief und auch wenn dein Garten durch den Abgeschnittenen Stängel kurzfristig gepflegter aussieht, so ist die Pflanze damit noch lange nicht entfernt.

Kann ich die Ackerwinde durch Hacken des Bodens beseitigen?

Das Hacken der Erde, das oft bei der Entfernung von Unkraut beliebt und wirkungsvoll ist, funktioniert bei der Ackerwinde nicht. Das liegt daran, dass sich aus den Wurzeln der Pflanze, oder sogar nur einzelnen Wurzelteilen, neue Pflanzen bilden können.

Bleiben also Wurzelteile zurück, können sich daraus neue Triebe bilden, und die Ackerwinde kann sich weiter ausbreiten.

Hackst du also in deinen Boden, kannst du im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass sich die Ackerwinde dadurch noch weiter in deinem Garten ausbreitet. Denn aus jedem dadurch zerhackten Wurzelteil kann sich eine ganz neue Ackerwinde ausbilden.

Welche Hilfsmittel kann ich zum Bekämpfen der Ackwerwinde verwenden?

Hat sich die Ackerwinde erstmal ausgebreitet, ist es schwierig sie wieder loszuwerden. Zum Glück gibt es einige Methoden, die dir helfen können, diese effizient zu bekämpfen. Manche Lösungen sind dabei schonender als andere.

Neben der Verwendung von Herbiziden, sind nämlich auch das Umgraben oder das Ersticken der Ackerwinde Möglichkeiten, diese zu beseitigen.

Ackerwinde bekämpfen: Die besten Tipps & Tricks

Hier wollen wir dir einige hilfreiche Tipps zur Bekämpfung der hartnäckigen Ackerwinde geben. Mit etwas Durchhaltevermögen kannst du so die Ackerwinde langfristig bekämpfen.

Im Folgenden gehen wir weiter auf diese ein.

Ackerwinde schonend bekämpfen

Die folgenden Methoden zur Beseitigung der Ackerwinde sind besonders schonend für deinen Garten. Zu ihnen gehören das Umgraben der Erde und das Abdecken der von der Ackerwinde betroffenen Fläche durch Folie, Pappe oder Unkrautvlies für mindestens ein Jahr.

Umgraben

Das Umgraben deines Gartens ist zwar eine zeitaufwändige und mühsame Methode, um die Ackerwinde entfernen, dafür aber auch sehr effektiv. Unserer Meinung nach, ist das Ausgraben der Wurzeln auch die beste Methode die Ackerwinde langfristig loszuwerden.

Der Grund: Durch die Beseitigung aller Wurzeln, kann die Ackerwinde auch nicht neu austreiben.

Ackerwinde beseitigen

Umgraben ist eine aufwändige aber effektive Möglichkeit zur Beseitigung der Ackerwinde (Bildquelle: Manfred Richter / pixabay)

Dabei solltest du wirklich gründlich vorgehen, denn alle Wuzeln auszugraben, ist gar nicht so einfach. Denn die Wurzeln der Ackerwinde gehen tief in die Erde und sind zudem noch ziemlich dünn, wodurch diese schnell abreißen. Grab also vorsichtig und achte darauf, auch wirklich alle Wurzelteile einzusammeln.

Die ausgegrabenen Wurzelstücke solltest du gründlich und auf keinen Fall über den Kompost entsorgen. Sonst könnten sich auf diesem neue Pflanzen bilden.

Das Umgraben als Möglichkeit zur Entfernung der Ackerwinde ist besonders schonend für deinen Garten, weil so die Ackerwinde langfristig entfernt wird und durch das Umgraben gleichzeitig die Erde aufgelockert wird. Ist ein Beet betroffen, ist es ratsam, die alte Erde durch neue zu ersetzen.

Ackerwinde ersticken

Eine erfolgversprechende Möglichkeit zur Beseitigung der Ackerwinde ist die Abdeckung der befallenen Fläche für mindestens ein Jahr. Diese Methode eignet sich besonders dann, wenn sich die Ackerwinde schon in einem größeren Teil deines Gartens ausgebreitet hat.

Dadurch wird die Ackerwinde erstickt. Sie erhält darunter nämlich weniger Sauerstoff und Licht und stirbt so mit der Zeit ab.

Dafür kannst du zum Beispiel Folie, Pappe oder Unkrautvlies verwenden. Diese Materialien findest du zum Beispiel im Baumarkt, Gartenbedarf oder in Online-Shops. Damit dein Garten auch in dieser Zeit schön aussieht, kannst du das Ganze noch mit Rindenmulch, Sand oder Erde bedecken.

Haben sich vor dem Abdecken noch Samen der Ackerwinde im der Erde befunden, so kann es passieren, dass diese wenn die Fläche wieder unbedeckt ist, austreiben. Denn ihre Samen bleiben bis zu 20 Jahre lang keimfähig.

Deshalb empfiehlt es sich, die Fläche vor dem Abdecken einmal umzugraben, oder zumindest Blüten mit den darin heranreifenden Samen, zu entfernen.

Ackerwinde mit chemischen Mitteln bekämpfen

Du kannst die Ackerwinde auch mit Herbiziden bekämpfen. Diese findest du im Gartenbedarf, oft auch in Baumärkten. Diese werden von der Pflanze aufgenommen und sollen deren Ausbreitung verhindern.

Das Problem bei der Verwendung von chemischen Mitteln ist, dass diese auch auf andere Pflanzen in deinem Garten gelangen können, die sich in der Nähe befinden. Hast du die Ackerwinde also in deinem Gemüsebeet, ist diese Methode nur bedingt zu empfehlen.

Aber auch in anderen Teilen deines Gartens können deine Pflanzen dadurch geschädigt werden, oder sogar absterben. Die oben beschriebenen Methoden, das Umgraben oder das Abdecken deines Gartens, sind unserer Meinung nach also zu bevorzugen.

Fazit

Hat sich die Ackerwinde, oder auch convolvulus arvensis, erstmal ausgebreitet, ist es schwierig sie wieder loszuwerden. Denn ihre dünnen Wurzeln breiten sich unterirdisch weit in die Breite und Tiefe aus. Stört dich die Ackerwinde im Garten, so empfehlen wir, so früh wie möglich mit der Bekämpfung zu beginnen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Neben der radikalen Vorgehensweise durch Verwendung von Herbiziden, haben sich weitaus schonendere Methoden, wie das Umgraben oder auch die Abdeckung von betroffenen Stellen als wirkungsvoll erwiesen.

Bildquelle: irottlaender / 123rf

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