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Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2021

Du hast Alpenveilchen im Garten oder in der Wohnung, hast aber keine Idee wie du die Alpenveilchen richtig pflegst? Welche Temperaturen gut gepflegte Alpenveilchen brauchen,  wie viel Wasser sie brauchen oder ob die Überwinterung zur Pflege beiträgt?

Dann bist du hier absolut richtig! Hier beliefern wir dich mit sämtlichen Fakten rund um das Themengebiet der Alpenveilchen Pflege. In diesem Artikel erhältst du hilfreiche Hinweise und wertvolle Ratschläge zu all deinen wichtigen Fragen.




Das Wichtigste in Kürze

  • In der Gärtnersprache heißen die Alpenveilchen eigentlich Cyclamen. Zahlreiche verschiedene Farben und Arten der Pflanze sind heutzutage auf der ganzen Welt vertreten, heimisch ist sie jedoch im Mittelmeerraum.
  • In den Mittelmeerländern ist es meist wärmer als in Deutschland. Durch die verschiedenen Arten der Blume gibt es jedoch auch Ausführungen der Pflanze, die kälteres Klima überstehen.
  • Je nach Jahreszeit musst du die Alpenveilchen unterschiedlich pflegen. Sie blühen allerdings mit der richtigen Pflege sogar mehrere Jahre hintereinander und schmücken somit ganzjährig dein Zuhause.

Definition: Was sind Alpenveilchen?

Der fachlich korrekte Name des Alpenveilchens ist Cyclame und sie gehört zur Pflanzenfamilie der Primelgewächse. Ca. 22 verschiedene Arten sind dieser Gattung angehörig. Die Bezeichnung Alpenveilchen ist in Deutschland weit verbreitet, weil eine der 22 Arten massenhaft in den Alpen wächst.

Weil sie bei richtiger Pflege auch im Winter und nicht nur bei sommerlichen Temperaturen blühen, zählt man sie zu einer der angesehensten Zimmer- und Gartenblumen. Abhängig von der Art des Alpenveilchens können sie die unterschiedlichsten Farbtöne einnehmen.

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Alpenveilchen stammen ursprünglich aus der Nähe des Mittelmeers. Die Blume blüht in vielen verschiedenen Farben und auch im Anbetracht der Größe gibt es Variationen. (Bildquelle: BiZay Sunuwar / Pexels)

Von Weiß über zartes Rosa oder Lila bis hin zu Kaminrot ist bei der Blütenfarbe alles dabei. Manche sogenannten geflammten Blüten sind auch im zwei- oder mehrfarbigen Look mit fließenden Farbübergängen vorzufinden.

Alpenveilchen Pflege: Was du wissen solltest

Im folgenden Abschnitt findest du all das Wissen das du brauchst, um deine Alpenveilchen gesund zu halten und richtig zu pflegen. Des Weiteren erhältst du bedarfsgerechte Tipps und ausführliche Erklärungen zu den wichtigsten Fragen der Alpenveilchen Pflege.

Bei welchen Temperaturen sind meine Alpenveilchen gut gepflegt?

Alpenveilchen waren primär das warme Mittelmeerklima gewohnt, jedoch gibt es inzwischen so viele verschiedene Arten, dass man nicht pauschal sagen kann, dass sie dieses Klima immer noch zum Überleben brauchen.

Die Zimmerpflanzen Versionen vertragen überhaupt keine hohen Temperaturen. Der optimale Bereich liegt hier bei 13 bis 17 Grad. Die Blüten halten sich meist sogar länger, wenn es etwas kühler ist. Den meisten Garten Varianten machen herbstliche Temperaturen nichts aus. Sollte es jedoch zu unter -5 Grad kommen unterbrechen sie ihre Wachstumsphase und müssen nach drinnen verlagert werden, da sie sonst absterben.

Muss ich Alpenveilchen im Winter zur Pflege nach drinnen verlegen oder halten sie Frost aus?

Bei Cyclamen kommt es auf die Gattung an, ob sie winterhart sind oder nicht. Die Zimmer- Alpenveilchen werden oft im Frühjahr nach draußen verlegt. Damit sie auch im Winter blühen, müssen sie allerdings vor Winterbeginn wieder nach drinnen geholt werden. Egal ob bei Alpenveilchen, Primeln oder Geranien – bei den meisten Balkonpflanzen läuft die Überwinterung sehr ähnlich ab.

Es gibt auch winterfeste Gattungen.

Eine Hand voll Ausnahmen gibt es allerdings immer: Das Sommer-, Herbst- und Vorfrühlings-Alpenveilchen lässt sich von winterlichen Temperaturen nicht irritieren. Diese speziellen Sorten halten tatsächlich bis zu -25 Grad aus.

Trotzdem sollten diese Arten nicht komplett ungeschützt den Winter über im Garten verbringen. Leg einfach etwas Laub oder Komposterde um die Blumen und du bist auf der sicheren Seite.

Stehen gut gepflegte Alpenveilchen eher drinnen oder draußen?

Das Spielt keine Rolle! Wenn du über keinen Garten und auch keine Terrasse verfügst, kannst du die Alpenveilchen ganz einfach in der Wohnung im Topf anpflanzen. Einige der 22 Arten wie z. B. das Zimmer-Alpenveilchen sind sogar extra für die Wohnung ausgelegt.

Solange du die Blume an einen hellen Ort stellst, ist sie auch im Haus zufrieden.

Direkte Heiz- oder Sonneneinstrahlung solltest du jedoch vermeiden, da die Pflanze sonst durch zu viel Wärme und trockene Luft schnell den Kopf hängen lassen könnte. Am wohlsten fühlt sie sich im Halbschatten.

Bei Alpenveilchen, die draußen kultiviert werden, sieht es ähnlich aus. Schattig oder halbschattig wird auch von dieser Gattung bevorzugt. Bei zu viel Wärmestrahlung besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Blume vertrocknen wird. Ein guter Tipp zur Pflege bei im Garten wachsenden Alpenveilchen ist auch ab und zu den Wurzelbereich zu mulchen.

Wie viel Wasser braucht ein Alpenveilchen damit es gut gepflegt ist?

Bei den Zimmer-Alpenveilchen ist es am besten das Wasser nicht direkt in die Erde, in der die Blume eingetopft ist, zu gießen. Viel besser können die Wurzeln das Wasser aufnehmen, wenn es in den Untersetzer oder Untertopf gegossen wird.

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Auch wenn man das Alpenveilchen nicht so oft gießen muss, sollte man draußen trotzdem nachsehen ob die Erde feucht ist. Die großen Blätter weisen den Regen oft ab (Bildquelle: Anna Waldl / Pixabay).

Danach solltest du ein paar Stunden warten und beobachten, ob die Wurzeln das ganze Wasser gezogen haben oder noch etwas Wasser im Untersetzer geblieben ist. Falls sich noch überschüssiges Wasser darin befindet, solltest du es entfernen, damit die Pflanze nicht zu nass wird – denn das bekommt dem Alpenveilchen nicht gut.

Auch kaltes Wasser mögen die Cyclamen nicht besonders gerne. Lieber haben sie lauwarmes Wasser. In Gegenden, in denen der Kalkgehalt im Wasser sehr hoch ist, sollte zum Gießen lieber selbst aufgefangenes Regenwasser verwendet werden, da die Blume kalkarmes Wasser bevorzugt. Sobald sich die oberste Schicht der Erde wieder trocken anfühlt, solltest du erneut gießen.

Nicht mit kaltem Wasser gießen!

Da die Pflanze ein Winterblüher ist, braucht sie im Sommer kaum Wasser. Erst wenn die Blütezeit im Herbst beginnt, fängt das Alpenveilchen wieder an mehr Wasser zu verschlucken. Sollte die Blume ihre Blätter in der Sommerzeit abwerfen, kann auf das Gießen auch bis zum Herbst komplett verzichtet werden.

Wenn die Pflanzen draußen kultiviert sind, solltest du trotzdem regelmäßig kontrollieren, ob sie feucht genug sind, da das Regenwasser wegen der Blattform und Blattgröße oft nicht bis zur Wurzel gelangt, sondern schon vorher abgeleitet wird.

Falls du es aus Zeit- oder Motivationsgründen nicht schaffen solltest die Pflanze jede Woche selbst zu gießen, kannst du dir auch ganz leicht ein kleines Bewässerungssystem bauen, das du teilweise mit Zeitschaltuhr ganz einfach aus der Ferne steuern kannst.

Wann und wie lange blühen gut gepflegte Alpenveilchen?

Was das Schöne am Alpenveilchen ist? Da es ein Winterblüher ist, wird die Wohnung in der sonst so düsteren Jahreszeit etwas aufgehellt und hebt mit ihren strahlenden Farben die Stimmung. Die Blütezeit der Pflanze ist wieder von Gattung zu Gattung unterschiedlich.

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Alpenveilchen blühen in ganz unterschiedlichen Farben. Sie sind Winterblüher und entsprießen je nach Gattung zwischen August und März (Bildquelle: Matthias Böckel / Pixabay).

Das Sommer- Alpenveilchen öffnet seine Blüten zum Beispiel zwischen August und September. Fast zeitgleich – von August bis Oktober – blüht das Herbst-Alpenveilchen.

Das Alpenveilchen ist ein Winterblüher.

Selbst über den Winter lassen sich diese kälte-resistenten Sorten nicht vom blühen abhalten. Wer sich jedoch bereits gerne zum Jahresanfang ein bisschen mehr Farbe in der Wohnung wünscht, sollte das Vorfrühlings-Alpenveilchen in Erwägung ziehen. Seine Blütezeit ist von Februar bis März.

In der folgenden Auflistung findest du die Blütezeiten der oben genannten Arten nochmal kurz im Überblick.

  • Sommer-Alpenveilchen: Zwischen August und September
  • Herbst-Alpenveilchen: Zwischen August und Oktober
  • Vorfrühlings-Alpenveilchen: Zwischen Februar und März

Warum haben meine gut gepflegten Alpenveilchen gelbe Blätter?

Ein Grund für gelbe oder schnell verblühende Blätter ist oft die Temperatur. Wenn es dem Alpenveilchen zu warm ist, lässt es schnell den Kopf hängen und die Blätter verlieren ihre einst so schöne Farbe. Ist die Blume möglichst kühl abgestellt, halten sich ihre Blätter und Blüten am längsten.

Gelbe Blätter sind oft ganz normal

Ein weitere Grund für gelbe Blätter könnte der Wassergehalt der Pflanze sein. Sowohl bei zu viel, als auch bei zu wenig Wasser werden die Blätter oft gelblich. Bekommt das Alpenveilchen jedoch außerhalb bzw. am Ende seiner Blütezeit gelbe Blätter, ist das ganz normal, denn es rüstet sich schon einmal für die kommende Ruhephase.

Dabei werden die Nährstoffe in die Knolle verfrachtet, was zur Einfärbung bzw. Verwelkung der Blätter führt. Entferne diese Blätter einfach mit einem Ruck und warte auf den Anfang der nächsten Blütezeit, dann werden neue grüne Blätter heranwachsen.

Wie pflege ich ein verblühtes Alpenveilchen damit es wieder blüht?

Wenn es doch einmal so weit kommen sollte, dass dein Alpenveilchen verblüht, ist das kein Grund zur Panik, denn man kann es ganz einfach weiter kultivieren. Sie brauchen viel Ruhe, wenn sie zur nächsten Blütezeit wieder aufblühen sollen. Du solltest daher in diesem Fall sowohl das Gießen, als auch das Düngen bis zur nächsten Blütezeit fast komplett einstellen.

Muss ich mein Alpenveilchen im Sommer anders pflegen als im Winter?

Wie bereits in den vorherigen Punkten des Artikels erwähnt wurde, gibt es sowohl Winter- als auch Sommer Gattungen der Blumenart. Die Wasserversorgung ist jeweils am höchsten in der Blütezeit, generell benötigt die Pflanze im Sommer bis zu gar kein Wasser, da sie ein Winterblüher ist.

Bei den Sorten, die über die kalte Jahreszeit ins Haus geholt werden, besteht bei der Pflege im Sommer und Winter wenig Unterschied. Diejenigen Gattungen, die den Winter über draußen verbringen, sollten als Schutz ein wenig mit Kompost abgedeckt werden. Ansonsten bleibt die Pflege gleich. Wenn du allerdings das Gefühl hast, dass es den Blumen trotz Kompost im Winter zu kalt und dunkel ist, kannst du auch etwas nachhelfen und die Alpenveilchen mit Wärmelampen bestrahlen.

Wie kann ich gut gepflegte Alpenveilchen vermehren?

Wenn man das Wurzelwerk der Alpenveilchen über die nicht aktive Phase hin in Ruhe lässt, vermehren sich die Pflanzen relativ schnell. Vor dieser Phase solltest du jedoch die umliegende Erde von Unkraut befreien, damit die neuen Pflanzen genug Platz haben um sich auszubreiten.

Beim Vermehren solltest du eine speziellen Anzuchterde verwenden. Das hilft den Blumen beim Wachsen. (Bildquelle: pixbabay / suju)

Möchtest du das ganze jedoch selbst in die Hand nehmen, solltest du folgendermaßen vorgehen. Nachdem die Samen ab Mitte Mai reif genug sind, solltest du sie nach dem Trocknen und Entfernen der Hülle zuerst einmal einen Tag in Wasser einweichen lassen. Danach den Samen ca. einen halben Zentimeter tief in eine neue Erde pflanzen.

Kleiner Tipp am Rande: Es gibt spezielle Anzuchterde, in der Samen oder Stecklinge besonders gut und schnell heranwachsen. Immer schön befeuchten und auf nicht zu hohe Sonneneinstrahlung achten und schon hast du dein Alpenveilchen vermehrt. Bis bei dem ganzen Vorgang sichtbare Ergebnisse erscheinen, dauert es ca. 5 Wochen.

Ist Dünger eine gute Pflege für Alpenveilchen?

Definitiv! Das Düngen ist ein elementaren Bestandteil der Alpenveilchen Pflege, da sich ein Nährstoffmangel ungünstig auf die Blühdauer auswirken kann. Die Düngung findet im Zeitraum der Blütezeit statt, denn in dieser Zeit sind Nährstoffe besonders wichtig für die Pflanzen.

Topfpflanzen solltest du dann alle 3 – 5 Wochen düngen. Bei den Blumen im Beet genügt es alle 2 – 3 Monate. Während der Ruhezeit solltest du im Umkehrschluss nicht düngen.

Flüssigdünger eignet sich bei Alpenveilchen sehr gut, da das Düngemittel einfach mit ins Wasser gegeben werden kann. Wer eher auf natürlichen Dünger setzt, kann auch Kompost als Düngemittel einsetzten. In jedem Fall sorgt das richtige Düngen für eine verlängerte Blütezeit und einen langjährigen Erhalt der Pflanze.

Fazit

Alpenveilchen sind nicht mehr nur für Mittelmeer Temperaturen ausgelegt, sondern inzwischen auch für den kalten deutschen Winter. Du kannst sie sowohl als Zimmer- als auch als Gartenpflanze kultivieren. Im Vergleich zu manch anderen Blumen ist sie im Hinblick auf die Regelmäßigkeit des Gießens oder Düngens sehr pflegeleicht.

Zu einer guten Pflege gehört allerdings nicht nur gießen und düngen, sondern auch das Überwintern, Vermehren und die Blätter Pflege der Pflanze. Je nach Pflanzengattung und Jahreszeit gibt es oft unterschiedliche Methoden für diese Pflege. Es ist jedoch sehr empfehlenswert sich die Zeit für die Alpenveilchen Pflege zu nehmen, da man bei solch einer gut gepflegten Pflanze einige Jahre etwas davon hat.

Bildquelle: Armennano / Pixabay

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