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Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2021

Amaryllis gießen – ja oder nein? Wenn deine Amaryllis im Winter in voller Pracht erblühen soll, dann musst du besonders beim Gießen ein paar Dinge beachten. Ausschlaggebend sind hier vorrangig die Punkte Wassermenge, Zeitpunkt und Häufigkeit des Gießens.

In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Amaryllis richtig gießt, damit deine Pflanze gesund erblühen kann. Außerdem findest du heraus, auf was du bei der Pflege der verschiedenen Amaryllis-Varianten achten solltest.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Amaryllis gehört zu den Zwiebelblumen und reagiert daher sehr empfindlich auf Staunässe. Zu feuchtes Substrat führt oft zu Schimmel und sollte vermieden werden.
  • Bei eingetopften Amaryllisblumen ist besonders darauf zu achten, dass die verschiedenen Gießzyklen eingehalten werden. Ruhe- und Blühphasen sind von der Pflege her höchst unterschiedlich und beide wichtig für eine schön blühende Pflanze.
  • Heutzutage werden viele Pflanzvarianten der Amaryllis angeboten, welche sich in ihrer Pflege unterscheiden. Diese Unterschiede sollten beachtet werden, wenn die Pflanze üppig erblühen soll.

Amaryllis gießen: Was du wissen solltest

Die Amaryllis kommt ursprünglich aus den Subtropen. Die klimatischen Bedingungen dort beeinflussen noch immer den Lebenszyklus dieser Pflanze. Regenreiche Monate wechseln sich ab mit Trockenphasen. Wenn man sich dies vor Augen führt, macht auch der Gießzyklus einer Amaryllis mehr Sinn.

Was genau ist eine Amaryllis?

Die Amaryllis gehört zu der Gattung der Hippeastrum und wird übersetzt als Ritterstern. Unter diesem Namen ist die Pflanze in Deutschland auch bekannt. Ursprünglich war die Pflanze in Peru, Bolivien oder auch Teilen Brasiliens zu finden. Dies erklärt auch den Lebenszyklus der Pflanze.

Während in Deutschland Winter ist, setzt in den Herkunftsländern der Pflanze die Regenzeit ein, die typische Blühphase der Pflanze beginnt. Diesem Rhythmus folgt die Amaryllis noch heute, was sie zu einer immer beliebter werdenden Weihnachtspflanze macht.

Beachtenswert ist auch die Tatsache, dass die Pflanze giftig ist. Die sollte besonders bei Haustieren und Kindern im Haushalt bekannt sein.

Die Pflanze steht zur Blütezeit gerne sonnig und bei einer Temperatur zwischen 18 und 22 Grad. Um die Amaryllis bestmöglich zu platzieren, kann auch gerne ein Blumenhocker verwendet werden.

Muss eine Amaryllis gegossen werden?

In der heutigen Floristik werden vermehrt verschiedene Pflanzvarianten der Amaryllis angeboten. Zu diesen gehören:

  • in Wachs
  • im Topf
  • in der Vase
  • im Glas

Diese Arten haben alle einen etwas anderen Pflegeaufwand. Genau diese Unterschiede führen oft zur Verwirrung. Zu Beginn behandle ich jedoch die Pflege der eingetopften Amaryllis, während die anderen Varianten später erwähnt werden.

Die Amaryllis ist eine Pflanze, die grundsätzlich gegossen werden muss, um zu überleben und zu erblühen. Die empfindliche Zwiebel dieser Pflanze reagiert allerdings äußerst sensibel auf Staunässe. Hinzukommt, dass man Gießpausen in der Pflege einer Amaryllis einhalten muss. Diese zwei Punkte führen oft zur Verunsicherung. Ausschlaggebend für das erfolgreiche Erblühen der Blüte ist der richtige Zeitpunkt des Gießens und eine adäquate Menge des Wassers.

Wie gießt man eine Amaryllis richtig?

Die Amaryllis gehört zu den Zwiebelblumen und als diese reagiert sie sehr extrem auf Staunässe. Die sensible Zwiebel fängt sehr schnell an zu schimmeln. Sobald dies passiert, geht die Pflanze ein. Es muss also stets dafür gesorgt werden, dass das überschüssige Wasser ablaufen kann. Zusätzlich solltest du dich öfter versichern, dass sich die Zwiebel nicht feucht anfühlt.

Tipps für das Gießen können sein:

  • Drainage: Verwenden einer Drainage am Topfboden, beispielsweise aus Kies. Hierüber kann das Wasser besser ablaufen.
  • Untersetzer: Das Wasser wird nicht in den Topf gegeben, sondern in den Untersetzer gegossen.

Gerne kannst du nur einen oder beide Tipps anwenden. Beides kann aber die Bildung von Staunässe deutlich reduzieren.

Zudem sollte man die verschiedenen Pflanzphasen der Amaryllis beachten. Wichtig ist hier die Unterscheidung in Blüh-, Wachstums- und Trockenphase. Die Blühphase ist ab Dezember und bezeichnet den Zeitraum, in dem die Blüte austreibt und erblüht. In dieser Zeit ist es wichtig regelmäßig und ausreichend zu gießen bis die Blüte verblüht ist.

Nun beginnt für die Pflanze die Wachstumsphase. In dieser Zeitspanne entstehen nur Laubblätter, die als Energieversorger für die Blüte im kommenden Jahr dienen. In dieser Zeit kann die Pflanze entweder im Haus, im Garten, in einem sogenannten Balkongarten oder in einem Gewächshaus übersommert werden. Auch in diesen Monaten braucht die Pflanze unbedingt ausreichend Feuchtigkeit und Dünger, um Kraft für die nächste Blühphase zu sammeln.

Vorbereitend auf die Trockenphase wird zwischen Anfang Juli und Ende August schrittweise die Wassermenge verringert und das Gießintervall erhöht. Die Pflanze bringt nun die Energiereserven aus den Laubblättern in die Zwiebel. Danach werden die Blätter welk und fallen ab, sodass nur noch die Zwiebel übrig bleibt. Diese kann nun bis November trocken und kühl gelagert werden.

Welche Gießmethode ist die beste?

Oft wird das Gießen von unten als ideale Gießmethode der Amaryllis vorgestellt. Da die Amarylliszwiebel nie vollständig eingepflanzt wird, ist es besonders wahrscheinlich die Zwiebel beim Gießen von oben zu benässen.

Aus diesem Grund macht man sich die Kapillarwirkung der Wurzelfasern zunutze. Gib lediglich etwas Wasser in den Topfuntersetzer oder Übertopf. Warte nun in etwa 15 Minuten und schütte das noch übrig gebliebene Wasser wieder aus. Die Amaryllis konnte nun das benötigte Wasser durch die Wurzeln aufnehmen, ohne dass Staunässe entstanden ist.

Wie viel Wasser benötigt eine Amaryllis?

Die Amaryllis unterliegt jährlich einem periodischen Wasserzyklus. Dies bedeutet, dass die Blüte in unterschiedlichen Phasen des Jahres eine unterschiedliche Wassermenge benötigt um zu gedeihen.

Monate Wasserzufuhr
November bis Dezember mäßige Wasserzufuhr
Dezember bis März regelmäßige und ausreichende Wasserzufuhr
April bis Juli Wasserzufuhr allmählich verringern
August bis November keine Wasserzufuhr mehr

Die genaue Wassermenge ist dabei nicht vorgeschrieben. Wichtig ist jedoch zu beachten, dass du mit dem Gießen erst beginnen darfst, wenn die ersten Knospen zu sehen sind. Vorzeitiges Gießen führt lediglich zum Wachstum von Blättern.

Auch aus dem Winterschlaf wird die Pflanze mit einem einzigen Gießvorgang geholt. Im November kannst du also deine Pflanze einmal gießen und nun warten, bis die ersten Triebe entstehen. Von da an, kannst du mit dem regelmäßigen Gießen fortfahren.

Wie oft muss eine Amaryllis gegossen werden?

Eine genaue Anzahl kann nicht genannt werden. Die Menge richtet sich ganz danach, wie viel Wasser über die Blätter verdunstet wird und wie viel Wasser beim letzten Gießvorgang aufgenommen werden konnte. Hier kann man sehr gut nach Gefühl gehen.

Fühlt sich das Substrat um die Zwiebel leicht feucht an, dann hat die Pflanze noch genügend Wasservorrat. Sobald sich die Erde bis zu einer Tiefe von etwa ein bis zwei Zentimeter trocken anfühlt, kann wieder Wasser in den Untersetzer gefüllt werden. Wichtig ist jedoch auch, dass das Substrat niemals vollständig austrocknen sollte, denn auch dann entwickelt sich die Pflanze nicht optimal. Alle zwei bis drei Tage sollte die Wasserversorgung kontrolliert werden.

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Die Zwiebel der Amaryllis wird ab August nicht mehr gewässert und an einem kühlen und dunklen Ort aufbewahrt. Vor der nächsten Blühphase, kann die Zwiebel umgetopft und mit einer Wässerung zum Wachsen angeregt werden.
(Bildquelle: Sarycheva/ 123rf.com)

In den Monaten August bis November wird dann die Gießtätigkeit vollständig eingestellt. Hier ist es wichtig, die Zwiebel kühl und dunkel aufzubewahren, um ein optimales Wachstum im nächsten Jahr zu garantieren. Dies kannst du in milden Regionen zum Beispiel in einem Gewächshaus tun oder andernfalls im Keller. Wenn du diese Ruhephase nicht einhältst, wird die Zwiebel in der nächsten Blütephase nicht austreiben.

Amaryllis gießen: Welche Pflanzalternativen gibt es?

Heutzutage kann man die Amaryllis in vielerlei Varianten erwerben. Auch die Pflegeintensität, Gießeigenschaften und Lebensdauer dieser Varianten sind grundverschieden. Die wichtigsten werden nun kurz vorgestellt und einzelne Besonderheiten dargestellt.

Wie wird eine Amaryllis im Glas gegossen?

Eine Amarylliszwiebel kann komplett ohne Erde auskommen, weshalb die Zwiebel auch oft in einem Glas dekoriert werden kann.

Zu beachten ist, dass die Zwiebel im Glas nach der Blüte eingetopft werden sollte. Andernfalls wird sie im Jahr darauf nicht erblühen.

Hierbei ist jedoch auch stets zu viel Nässe zu vermeiden. Oberste Prämisse ist, dass die Zwiebel nie direkt im Wasser steht.

Möglichkeiten dies zu umgehen sind speziell geformte, sanduhrenförmige Gläser wodurch die Zwiebel einige Zentimeter über dem Wasser liegt und lediglich die feinen Wurzelfasern ins Wasser reichen.

Weiterhin kann die Zwiebel auch auf Moos platziert werden. Das Moos sollte dann regelmäßig leicht befeuchtet werden, nicht jedoch die Zwiebel selbst.

Wie viel Wasser braucht eine Amaryllis in der Vase?

Auch als Schnittblume in der Vase erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Diese Pflanze hält bei richtiger Pflege über zwei Wochen. Auch in diesem Fall gibt es jedoch einige Eigenheiten zu beachten.

Da die Amaryllis das Wasser über die gesamte Oberfläche des Stängels aufnimmt, sollte das Wasser auch mindestens bis zu Hälfte reichen. Die Temperatur des Wassers sollte Umgebungstemperatur betragen, in etwa 18 – 22 Grad.

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Bei der Pflege einer Amaryllis als Schnittblume, gibt es einige Dinge zu beachten. Jedoch kann man sich dann relativ lange an den Blüten erfreuen.
(Bildquelle: Marijke van den Krommenacker / Unsplash)

Wichtig ist, dass trübes Wasser sofort ausgetauscht werden muss, um Fäulnis zu vermeiden und somit möglichst lange Freude an der erblühten Amaryllis haben zu können.

Warum eine Amaryllis in Wachs nicht gegossen werden muss?

Eine Pflanzvariante der Amaryllis, die sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreuen konnte, ist die gewachste Amaryllis. Bei dieser Variante wird die Zwiebel der Amaryllis mit einer dünnen Wachsschicht umhüllt. Dadurch eignet sich diese Amaryllis besonders gut als pflegeleichte Dekoration.

In dieser Pflanzvariante muss die Zwiebel überhaupt nicht mehr gegossen werden. Die dünne Wachsschicht schützt die empfindliche Zwiebel vor dem Austrocknen und speichert Feuchtigkeit. Der Wasservorrat innerhalb der Wachsschicht reicht genau bis zum Erblühen der Blume, danach ist dieser jedoch vollständig aufgebraucht.

Die Zwiebel kann danach selbstverständlich vom Wachs befreit und eingetopft werden. Dadurch muss jedoch der Gießzyklus der eingetopften Variante übernommen werden, um ein weiteres Austreiben im nächsten Jahr zu garantieren.

Fazit

Es halten sich viele Unsicherheiten um das Thema Gießen der Amaryllis. Zusammenfassend lässt sich jedoch sagen, dass die Amaryllis kurz vor, während und nach der Blütezeit unbedingt gegossen werden muss. Lediglich in den Monaten August bis November wird das Gießen vollständig eingestellt. Dies ist die Trockenphase der Pflanze, die eingehalten werden muss, um das Austreiben im Dezember sicherzustellen.

Beim Gießen ist zu beachten, dass die Amarylliszwiebel keine Staunässe verträgt und deshalb nie direkt und übermäßig gegossen werden sollte. Kleinere Wassermengen in regelmäßigen Abständen, am besten über den Untersetzer verabreicht, sind ideal. Werden all diese Punkte beachtet, steht einer erfolgreichen Blüte nichts mehr im Wege.

Solltest du eine pflegeleichtere Variante der Amaryllis suchen, so kannst du zu der gewachsten Amarylliszwiebel greifen. Diese braucht weder Wasser noch Erde, um zu Erblühen.

(Titelbild: Fredrik Solli Tandem / Unsplash)

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