Der Frühling ist da und langsam möchtest du dich deinem Garten widmen. Doch mit dem wärmeren Tagen ziehen oft auch ungebetene Gäste im Garten ein: Ameisen. Doch was ist zu tun, wenn die kleinen Tiere die Überhand gewinnen?

In diesem Artikel kannst du nachlesen, wie du Ameisen am besten bekämpfen kannst und das ohne gleich zu chemischen Insektenschutzmitteln greifen zu müssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ameisennester die zu nah an deinen Pflanzen gebaut werden, können deinen Pflanzen schaden und sie eingehen lassen.
  • Es gibt viele Mittel die gegen Ameisen helfen und oft schon im Haushalt vorhanden sind. Dadurch kannst du Kosten sparen und musst nicht extra etwas gegen Ameisen kaufen.
  • Ameisen müssen nicht immer getötet werden um sie loszuwerden. Mit Mitteln wie Kreide, Essig oder viel Wasser können sie ganz leicht vertrieben werden.

Definition: Was sind Schädlinge?

Bei Schädlingen handelt es sich oft um Tiere die dem Menschen in irgendeiner Weise Schaden zufügen.

Ameisen sind nicht die einzigen möglichen Schädlinge in unserem Garten. (Bildquelle: pixabay.com / werner22brigitte)

Das kann durch Zerstörung und Verunreinigung von Lebensmitteln geschehen oder zum Beispiel negative wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Doch nicht nur Tiere, sondern auch bestimmte Pilzarten können als Schädlinge bezeichnet werden.

Tier Potenzieller Schaden
Ratten Übertragen über 70 verschiedene Krankheiten auf den Menschen.
Bettwanzen Beißen Menschen, um sich vom Blut zu ernähren. Sind oft an warmen Orten wie in Betten zu finden.
Schaben Übertragen Krankheiten wie zum Beispiel Hepatitis. Halten sich in warmen Häusern auf.
Termiten Ernähren sich von Holz und können so in Häusern großen Schaden anrichten.
Ameisen Schaden Pflanzen im Garten und fressen mit Vorliebe Lebensmittel der Menschen.
Blattläuse Befallen Pflanzen und ernähren sich von diesen.

Bei Schädlingen unterscheidet man zwischen Agrarschädlingen, Holzschädlingen, Vorratsschädlingen und Forstschädlingen.

Hintergründe: Was du wissen solltest, wenn du Ameisen bekämpfen möchtest

Um Ameisen richtig bekämpfen zu können, solltest du einiges wissen. Dazu gehört zum Beispiel warum und wo Ameisen überhaupt schaden anrichten können.

Die nächsten Abschnitte beschäftigen sich mit diesen Fragen und geben dir alle Informationen die du brauchst um entscheiden zu können, ob die Ameisen in deinem Garten überhaupt bekämpft werden müssen.

Welche Ameisenarten leben in meinem Garten?

In deutschen Gärten findet man vor allem die schwarze und die rote Gartenameise. Beide Arten sind besonders anpassungsfähig und leben in Kolonien von durchschnittlich 1000 Arbeiterinnen pro Königin.

Sie lieben zucker- und proteinhaltige Nahrungsquellen und sind deshalb auch nicht scheu in Häuser einzudringen wenn dort unverschlossene Lebensmittel zu finden sind.

Auch wenn die Tiere nicht besonders beliebt sind, sind sie dennoch sehr nützlich. Auch wenn sie zucker- und proteinhaltige Nahrung bevorzugen, fressen sie doch alles was ihnen in den Weg kommt.

Sie sind sozusagen die Müllabfuhr des Gartens und helfen Essensreste, tote Insekten oder runter gefallenes Obst zu entsorgen.

Wann werden Ameisen zur Plage?

Ameisen sind überall. Daran sind wir Menschen gewöhnt und im Normalfall stören die kleinen Tiere auch nicht. Doch wenn im geliebten Garten dann ein oder sogar mehrere Nester auftauchen, können Ameisen schnell zur Plage werden.

Erst wenn sich große oder viele Ameisennester im Garten befinden, können die Tiere zu einer Gefahr für Pflanzen werden.

Bei größeren Gärten, in denen auch viel Obst angebaut wird, können Ameisen auch zum Problem werden.

Besitzt du zum Beispiel einen Apfelbaum, fallen natürlich regelmäßig Äpfel herunter, die du im Normalfall nicht alle direkt aufsammelst und entsorgst.

Für Ameisen ist dies natürlich eine perfekte Futterquelle und oft bauen sie ihre Nester dann auch in der Nähe.

Äpfel die von Apfelbäumen fallen sind für Ameisen leicht zu erreichen und bieten eine große Futterquelle. Deshalb bauen Ameisen ihre Nester häufig in der Nähe von Apfel- oder anderen Obstbäumen. (Bildquelle: pixabay.com / athree23)

Ist das Nest erst einmal in der Nähe deines Baums dauert es leider nicht mehr lange, bis die Ameisen auch auf den Baum krabbeln und die Blüten und Früchte darauf annagen.

Dies ist natürlich nur ein Beispiel und es gibt noch andere Möglichkeiten wie die Tiere zu einer Plage werden können.

Warum können Ameisen zur Gefahr für meine Pflanzen werden?

Sollte es soweit kommen, dass Ameisen ihre Nester zu nah an deine Pflanzen bauen kann dies zu erheblichen Problemen führen.

Durch die vielen Ameisen, die sich durch die Erde wühlen, wird der Erdboden teilweise so sehr aufgelockert, dass deine Pflanzen den Bodenkontakt verlieren.

Doch genau dieser Bodenkontakt ist für deine Pflanzen sehr wichtig, da sie ihre Nährstoffe und auch Wasser über ihre Wurzeln aufnehmen.

Ameisen lockern die Erde, um Pflanzenwurzel so sehr auf, dass die Pflanzen ihren Kontakt zur Erde verlieren. Dadurch können sie die wichtigen Nährstoffe nicht mehr aufnehmen (Bildquelle: unsplash.com / kazuend)

Ein weiteres Problem für deine Pflanzen sind Blattläuse. Ameisen ernähren sich von den kleinen Tieren und beschützen sie deshalb vor ihren anderen natürlichen Feinden, um so immer einen „Vorrat“ an Nahrung zu haben.

Teilweise werden Blattläuse auch von Ameisen auf andere Pflanzen umgesiedelt, welche näher am Ameisennest liegen. Dadurch verbreiten sich Blattläuse in deinem Garten und schaden deinen Pflanzen.

Was tun gegen Ameisen: 6 verschiedene Vorgehensweisen

Unsere Tipps gegen Ameisen sind alle Tierfreundlich und helfen dir, die Tiere auf schnelle und effiziente Art und Weise loszuwerden – und das ohne ihnen zu schaden.

In den nächsten Abschnitten findest du für jedes Problem eine chemiefreie und ameisenfreundliche Lösung.

Methode 1: Wasser einsetzen

Sollten Ameisen einen oder mehrere deiner Blumenkübel besiedeln hilft hier ein einfacher Trick: Du flutest den Blumenkübel und zwingst so die Ameisen zum Rückzug.

Durch die regelmäßige Flutung ihres Nests oder Futterwegs werden die Ameisen sich einen neuen Platz suchen, um dort geschützt leben zu können.

Bei dieser Taktik solltest du natürlich beachten wie viel Wasser deine Pflanzen vertragen, um ihnen nicht zu schaden.

Dies ist eine sichere Methode, die deine Pflanzen vor Ameisen schützt und den Ameisen selbst nicht schadet. Der Grund für die vielen Ameisen könnten Blattläuse sein, die auf deinen Pflanzen leben.

Kontrolliere also auch deine Pflanzen auf Blattläuse und entferne diese falls dies der Fall ist. Somit stellst du sicher, dass die Ameisen nicht wiederkommen und beseitigst direkt eine zweite Quelle, die deinen Pflanzen schaden könnte.

Methode 2: (Geruchs-) Blockaden errichten

Ameisen haben einen sehr feinen Geruchssinn und sind deshalb sehr empfindlich gegenüber starken Gerüchen.

Dies kannst du dir zunutze machen indem du einfach Wasser in einer Sprühflasche mit stark riechenden Substanzen mischst. Zu diesen Substanzen gehören zum Beispiel:

Nun kannst du die betroffenen Stellen auf der Terrasse oder dem Balkon ganz einfach einsprühen und die Ameisen werden diese Stellen meiden. Bei hartnäckigen Tieren solltest du den Vorgang ein paar Tage regelmäßig wiederholen.

Methode 3: Pflanzen richtig schützen

Du hast ein Ameisennest in der Nähe oder direkt in deinem Blumenbeet gefunden? Ein Grund dafür können Blattläuse sein, die als Nahrung für Ameisen dienen und von ihnen vor anderen Fressfeinen geschützt werden.

Durch die einfache Futterquelle haben die Ameisen ihr Nest wahrscheinlich so nah an deine Pflanzen gebaut.

Wenn du das Nest nicht direkt umsiedeln willst kannst du es erstmal versuchen die Blattläuse loszuwerden. Gelingt dies werden die Ameisen gezwungen sich ein neues Zuhause zu suchen.

Der Vorteil im Gegensatz zum Umsiedeln der Ameisen: Durch die Entfernung der Blattläuse wirst du direkt zwei Schädlinge los.

Gegen Blattläuse hilft zum Beispiel Urgesteinmehl.

Sollten Blattläuse nicht die Ursache für das Ameisennest sein, solltest du die Ameisen am besten umsiedeln. Wie das geht haben wir dir im nachfolgenden Abschnitt zusammengefasst.

Methode 4: Ameisen umsiedeln

Es haben sich eins oder sogar mehrere Ameisenvölker in deinem Garten bequem gemacht?

Das ist gar kein Problem, denn mit einem einfachen Trick und ein bisschen Geduld kannst du das Nest ganz leicht an einen Ort deiner Wahl umsiedeln. Dazu brauchst du folgende Dinge:

  • Einen großen Blumentopf aus Ton
  • Stroh oder Holzwolle

Nun da du alle Dinge beisammen hast musst du nur noch den Blumentopf mit dem Stroh/der Holzwolle füllen und mit der Öffnung auf das Nest setzen.

Schiebe eine große Schaufel unter den Blumentopf, um so den direkten Kontakt zu vermeiden. Nach einiger Zeit werden die Ameisen den Topf als neues Zuhause ansehen und ihr Nest dorthin umziehen.

Dafür ist natürlich ein bisschen Geduld deinerseits nötig, da dies nicht von heute auf morgen geschieht.

Sobald der Umzug der Ameisen abgeschlossen ist kannst du den Topf einfach woanders hinstellen, beachte aber das er mindestens 30 Meter vom alten Nest entfernt ist, da die Ameisen sonst wieder dorthin zurückkehren.

Hier noch eine andere Möglichkeit, um die Ameisen umzusiedeln:

Methode 5: Ameisenstraßen unterbrechen

Jeder kennt es: Es ist Sommer, du sitzt auf deiner Terrasse und genießt die Sonne.

Und dann siehst du, dass sich vor dir eine Ameisenstraße gebildet hat. Dies ist natürlich nicht schlimm (außer die Ameisen laufen in deine Wohnung/ Haus), aber schön ist es natürlich auch nicht.

View this post on Instagram

#Ameisen 🐜🐜🐜#Ameisenstraße

A post shared by Anna Maria Scoiattolo (@annamariascoiattolo) on

Wir verraten dir wie du nervige Ameisenstraßen einfach unterbrechen kannst um so den Ameisen die Orientierung zu nehmen.

Hilfsmittel Anwendung Wirkung
Kreide Einfach durch einen Strich die Ameisenstraße unterbrechen oder den Weg ins Haus versperren. Malst du also einen Strich mitten in die Ameisenstraße, werden die Ameisen sich einen neuen Weg suchen. So kannst du die kleinen Tiere dahin lenken, wo du sie gerne haben willst.
Klebeband Einfach auf die Ameisenstraße kleben. Durch ein dickes Stück Klebeband verlieren die Ameisen die Duftspur zu ihren schon vorgegangen Kameraden und somit auch zu ihrer Futterstelle. Dies zwingt sie zum Rückzug.
Babypuder Einfach auf der Terrasse oder dem Gartenweg ausstreuen Babypuder hat denselben Effekt wie Kreide. Ameisen werden das feine Pulver nicht überqueren und stattdessen in eine andere Richtung laufen.

Bei all diesen Mitteln solltest du dir vorher schon überlegen welchen Weg die Ameisen als Alternative einschlagen könnten und diesen auch versperren. So stellst du sicher, dass die Ameisen auch dorthin gehen wo sie dich nicht mehr stören.

Methode 6: Obstbäume schützen

Es gibt zwei Möglichkeiten, um Ameisen von deinen Obstbäumen zu vertreiben. Die erste Möglichkeit dient der Vorbeugung während die zweite sich schon mit dem Kampf gegen die Ameisen beschäftigt.

Wenn noch keine Blüten am Baum sind…

Hat der Baum noch keine Blüten ist er für Ameisen noch uninteressant. Für dich ist dies der perfekte Zeitpunkt um den Baum „ameisensicher“ zu machen.

Um an die Blüten und später auch an das Obst zu kommen, müssen die Ameisen den Baum erst einmal hochklettern.

Dies kannst du verhindern indem du den Baumstamm einmal mit sehr klebrigen Klebeband umwickelst. Ameisen werden von dem Klebeband abgeschreckt oder bleiben darauf kleben, falls sie doch versuchen den Baum hinauszuklettern.

So verhinderst du schon im Vorfeld einen möglichen Befall.

Klebeband kann helfen den Ameisen den Weg auf einen Obstbaum zu versperren. Ansonsten klettern sie bis zu den Blüten und fressen diese auf. (Bildquelle: pixabay.com / ShairaArias)

Wenn schon Blüten am Baum sind…

Wenn es für die vorbeugende Methode leider schon zu spät ist, kannst du die Ameisen natürlich noch vom Baum „jagen“. Dafür brauchst du nur eine normale Sprühflasche und ein Essig-Wasser Gemisch.

Vorsicht: Den Essig solltest du so stark verdünnen, dass das Gemisch deinem Baum nicht schaden kann!

An einem sonnenfreien Tag kannst du nun deinen Baum mit dem Essig-Wasser Gemisch einsprühen. Dies sollte die Ameisen vertreiben und nach ein paar Tagen Ruhe wird der Baum sich wieder vom Befall erholt haben.

Trivia: Was du sonst noch über die Bekämpfung von Ameisen wissen solltest

In diesem Teil werden wir die alle Fragen beantworten, die du noch zu dem Thema Ameisenbekämpfung haben solltest.

Warum du Backpulver nicht verwenden solltest

Wenn du nach einer wirksamen Methode gegen Ameisen suchst, wirst du im Internet schnell fündig und viele verschiedene Seiten geben Backpulver als Wundermittel gegen Ameisen an.

Backpulver gehört zwar wirklich zu den Hausmitteln, die gegen Ameisen helfen, doch ist dies eine sehr grausame Art die kleine Tiere sterben zu lassen.

Backpulver enthält Natron, welches sich im Bauch der Ameisen ausdehnt und so die inneren Organe schädigt, bis die Tiere elendiglich zugrunde gehen.

Viele Internetseiten erwähnen auch ein Natron-Zucker-Gemisch welches Ameisen extra anlocken soll.

Wir bitten dich, dies nicht zu versuchen, da es sich um eine grausame Art handelt Ameisen loszuwerden und dir viele andere Methoden zur Verfügung stehen.

Was ist wenn ich fliegende Ameisen im Garten habe?

Bei fliegenden Ameisen handelt es sich um Ameisen die sich gerade in der Paarungszeit befinden. Sie vollziehen dann den sogenannten Hochzeitflug, welcher im Sommer stattfindet.

Findest du solche Ameisen in deinem Garten, musst du dir in der Regel keine Gedanken machen, denn nach der Paarung sterben die Männchen und die Weibchen verlieren ihre Flügel und suchen sich eigene Kolonien.

Im schlimmsten Fall musst du also einfach nur ein paar Tage warten und dann löst sich das Problem von ganz alleine.

Fazit

Ameisen lassen sich ganz leicht bekämpfen, dabei ist es egal ob auf der Terrasse, der Gartenwiese oder im Blumenbeet. Für jeden Ort gibt es eine andere Lösung, die weder deinem Garten schadet noch den ungeliebten Ameisen.

Oft reicht es einige Barrieren aufzubauen und so die kleinen Tiere in andere Richtungen umzuleiten. Bei Ameisennestern musst du auch nicht direkt zu chemischen Mitteln greifen.

Mit etwas Geduld kannst du das Ameisennest einfach an eine andere Stelle umsiedeln.

Auch wenn Ameisen nicht besonders geliebt werden, sind sie doch sehr nützlich für den Garten und sollten deshalb nicht mit allen Mitteln getötet werden.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.ameisen-ratgeber.de/

[2] https://www.t-online.de/heim-garten/garten/id_45691058/ameisen-bekaempfen-tipps-hausmittel-gegen-ameisen-im-haus.html

[3] https://www.gartenxxl.de/ratgeber/ameisen-nuetzlich-aber-leider-auch-oft-laestig-tun/

[4] https://www.ndr.de/ratgeber/garten/schaedlinge/Pflanzen-natuerlich-vor-Schaedlingen-schuetzen,schaedlinge117.html

Bildquelle: pixabay.com / Tworkowsky

Warum kannst du mir vertrauen?