Asche als Dünger
Veröffentlicht: 26. Februar 2021

Viele Hobbygärtner verzichten in ihrem Garten auf chemische Düngemittel. Schließlich gibt es ein breites Angebot an natürlichen Alternativen. Außerdem wollen sie den Abfall reduzieren – Recycling ist ihnen wichtig. Wenn du einen eigenen Kamin oder Kachelofen hast, stellt sich die Frage: Kann die Asche daraus tatsächlich als Dünger verwendet werden?

Im folgenden Artikel beleuchten wir die Nützlichkeit von Asche als Dünger. Darin wollen wir deine Zweifel aufräumen. Wir möchten dir erklären, warum sich Asche als Dünger eignet, was bei der Verwendung zu beachten ist, und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt.




Das Wichtigste in Kürze

  • Asche enthält viele Nährstoffe. Durch die Verbrennung sind diese für die Pflanzen frei zugänglich. Aufgrund des hohen pH-Wertes sollte Asche allerdings nur für Pflanzen verwendet werden, die alkalischen Boden bevorzugen.
  • Neben Asche solltest du noch einen anderen Dünger verwenden. Dieser sollte kein Ammonium oder mineralische Phosphate enthalten.
  • Beachte, dass es sich bei Asche um eine „Wundertüte″ handelt. Führst du keine Analyse durch, kannst du die genaue Konzentration der enthaltenen Stoffe nicht bestimmen.

Asche als Dünger verwenden: Was du wissen solltest

Viele Menschen lehnen chemische Düngemittel im eigenen Garten ab. Stattdessen greifen sie zu organischem Dünger. Dieser kann die Fruchtbarkeit stärken, indem er die Bodenstruktur verbessert. Doch Asche wird oft nicht als Dünger verwendet. Dabei wird vernachlässigt, dass sie durch das Recycling von Nährstoffen ideal für eine nachhaltige Gartenarbeit genutzt werden kann.

Asche besteht aus den Resten von organischem Material. Sie enthält viele Nährstoffe. Deshalb eignet sich Asche als Dünger im Garten. Bei der Anwendung gibt es allerdings einiges zu beachten, sodass keine negativen Folgen für die Pflanzen und den Boden entstehen.

Warum eignet sich Asche als Dünger?

Asche als Düngemittel kann von jedem Hobbygärtner hergestellt werden. Du musst allerdings beachten, dass nicht jede Asche geeignet ist. Asche aus pflanzlichem Material, wie Holz, ist grundsätzlich geeignet.

Durch die Verbrennung, werden die Nährstoffe frei zugänglich.

Grund dafür, dass sich Asche als Düngemittel eignet, ist, dass die Nährstoffe darin gut verfügbar sind. Bei der Vebrennung oxidiert die organische Verpackung. Dabei entweicht das CO2 und die organischen Stoffe sind frei zugänglich. Zudem wird das enthaltene Calciumoxid leicht löslich. Aus diesem Grund wirkt es rasch und fördert die Bildung stabiler Kalkgarde.

Asche ist stark basisch. Sie hat einen pH-Wert von 10 bis 13. Das bedeutet, dass sie den pH-Wert des Bodens schnell erhöht. Um die Vielfalt an verfügbaren Nährstoffe darzustellen, nehmen wir das Beispiel Holzasche. In folgender Tabelle werden die Nährstoffe von Holzasche aufgezeigt:

Enthaltener Nährstoff Gehalt
Brandkalk (Calciumoxid) 35-45 %
Magnesium- und Kaliumoxid 3-6 %
Phosphorpentoxid 2-6 %
Mineralische Spurelemente (Eisen, Mangan, Bor, Natrium) in variablen Anteilen

Die Nährstoffe sorgen dafür, dass das Pflanzenwachstum kräftig und gesund ist. Zudem kann der hohe Kalkgehalt für übersäuerten Boden verwendet werden.

Welche Asche eignet sich als Dünger?

Grundsätzlich ist Asche aus Pflanzen geeignet. Das heißt Asche aus Holz, Stroh oder anderem Pflanzenmaterial. Auch Asche aus Papier kann verwendet werden. Du musst jedoch darauf achten, dass es sich nicht um farbig bedrucktes Papier handelt. Dieses enthält chemische Zusätze, die schädlich für den Boden sind.

Asche als Dünger

Asche aus dem Kamin kann als Dünger verwendet werden. Man sollte allerdings sicherstellen, dass nur unbehandeltes Holz zum Einheizen verwendet wurde. (Bildquelle: Stéphane Juan/ Unsplash)

Asche aus Holz kann als Düngemittel verwendet werden. Folglich kann auch Asche aus dem Kamin verwendet werden. Du musst jedoch darauf achten, dass zum Einheizen unbehandeltes Holz verwendet wurde. Wichtig ist auch, dass zum Anzünden des Kamins nur schwarz-weiß bedrucktes Zeitungspapier verwendet wurde. Wenn dies der Fall ist, kannst du die Kaminasche ohne weiteres als natürliches Düngemittel verwenden.

Welche Asche sollte nicht als Dünger verwendet werden?

Es ist besonders wichtig, dass du weißt, welche Asche nicht als Dünger verwendet werden sollte. Wie bereits erwähnt, ist Holzasche nur dann als Dünger geeignet, wenn das verbrannte Holz unbehandelt war. Behandeltes Holz enthält nämlich chemische Zusätze. Diese sollten nicht in den Gartenboden gelangen.

Du solltest außerdem die Herkunft des Holzes kennen, dessen Asche du verwenden möchtest. War der Baum in der Nähe eines Industriegebietes oder einer Autobahn? Verwende die Asche nicht! Oft enthält Holz aus diesen Regionen Schadstoffe wie Cadmium und Chrom. Der Baum selbst nimmt diese Stoffe nämlich über den Boden auf.

Asche aus bunt bedrucktem Zeitungspapier, Eierschalenkartons und Toilettenpapierrollen sind ebenfalls nicht als Dünger geeignet. Der Grund dafür ist, dass diese oft aus recyceltem Papier hergestellt werden. Dieses ist oft mit Mineralölbestandteilen von farbigen Partikel verunreinigt.

Auf keinen Fall solltest du die Asche von Kohlebriketts oder von Braun- und Steinkohle verwenden. Auch dann enthält die Asche chemische Zusätze. Diese sind giftig und können Schäden am Gartenboden verursachen.

Wofür kann Asche als Dünger verwendet werden?

Wenn du geklärt hast, ob du deine Asche verwenden kannst, stellt sich die Frage, wofür sie genutzt werden kann. Du kannst den Naturdünger auf vielfältige Weise einsetzen. Es ist möglich, den Rasen damit zu verbessern. Sie können ihn auch für Ihre Sträucher und Blumenbeete verwenden.

Asche als Dünger kann dabei folgendes bewirken:

  • lässt Moos und Algenbewuchs absterben
  • entkeimt offene Wunden
  • beseitigt Wurzelunkräuter

Welche Pflanzen mögen Asche als Dünger?

Wenn du Asche als Dünger verwendest, gelangen die Partikel durch das Regenwasser in den Boden. Dort lösen sie sich auf. Somit können die Stoffe von den Pflanzen aufgenommen werden. Wie bereits erwähnt, ist Asche als Dünger für Pflanzen geeignet, die einen alkalischen Boden bevorzugen.

In der folgenden Tabelle sind einige Pflanzen aufgeführt, die alkalischen Boden bevorzugen. Das bedeutet, dass es sich um Pflanzen handelt, die du mit Asche düngen kannst.

Pflanzengruppe Pflanze
Blumenbeet Fuchsien, Geranien
Gemüsebeet Tomaten, Porree, Rosenkohl
Stauden und Sträucher Rosen, Phlox, Gladiolen, Efeu
Obststräucher Weinreben, Walderdbeere, Himbeeren, Stachelbeeren
Zimmerpflanzen Pflanzen, die Kalk mögen

Besitzt du ein Stück Wald und fragst dich, ob du auch dort Asche als Dünger anwenden kannst? Die Antwort ist: Ja. Die meisten deutschen Wälder haben einen übersäuerten Boden. Das bedeutet, dass die Asche die Bodenstruktur verbessert. Dadurch können die Bäume ihre Wurzeln stärken und verlängern.

Wie wird Asche als Dünger angewendet?

Bevor du dich für die Verwendung von Asche als Dünger entscheidest, solltest du den pH-Wert deines Bodens testen. Wenn dein Gartenboden alkalisch, neutral oder sogar leicht sauer ist, ist Asche nicht geeignet oder sollte nur sehr vorsichtig eingesetzt werden.

Asche als Dünger

Nachdem du die Asche als Dünger aufgetragen hast, solltest du den Boden wässern. (Bildquelle: Irene Dávila/ Unsplash)

Wenn du festgestellt hast, dass die Asche für deine Pflanzen oder deinen Boden geeignet ist, kannst du wie folgt vorgehen. Zum Düngen solltest du einen windstillen Tag wählen. Die Aschepartikel sollten nicht frei im Garten herumfliegen. Wenn sie direkt auf eine Pflanze gelangen, können sie diese verätzen. Damit das nicht passiert, kannst du die Asche anfeuchten. Außerdem solltest du Handschuhe tragen, da die Asche auch die Haut verletzen kann. Nach dem Ausstreuen der Asche wässere den Boden.

Nicht jeder Dünger kann in Kombination mit Asche verwendet werden.

Beachte, dass du die Asche in Kombination mit einem anderen (natürlichen) Dünger anbringen solltest. Asche enthält kein organisches Material und keinen Stickstoff. Das brauchen die Pflanzen aber auch. Verwende Asche aber auf keinen Fall in Kombination mit ammoniumhaltigem Dünger, wie Jauche oder auch Mist. Das führt nämlich dazu, dass gasförmiges Ammoniak gebildet wird.

Auch das Düngen mit mineralischen Phosphaten sollte neben der Düngung mit Asche vermieden werden. Dies würde zur Bildung von Calciumphosphaten führen. Diese sind für Pflanzen schwer verfügbar und auch nicht löslich.

Um den Boden zu kalken und zu verbessern, kannst du ihn alle drei bis vier Jahre mit Asche düngen. Hat dein Boden einen pH-Wert von 4,0, reicht eine Düngung von 200 bis 400 Gramm pro Quadratmeter. Handelt es sich um einen weniger sauren Boden, reduziere die Menge auf die Hälfte: 100 bis 200 Gramm pro Quadratmeter genügen.

Wie entsorgt man die übriggebliebene Asche?

Die Reste der Asche werden meist auf den Komposthaufen gegeben. Es führt dazu, dass viele Mikroorganismen aktiv werden. Grund dafür ist der hohe pH-Wert der Ache. Er führt zu einer beschleunigten Zersetzung des Kompost.

Asche als Dünger

Asche kann in kleinen Mengen auf dem Komposthaufen entsorgt werden. (Bildquelle: Joshua Hoehne/ Unsplash)

Die Asche sollte aber nur in kleinen Mengen über den Komposthaufen gestreut werden. Dies sollte schichtweise geschehen. Somit vermeidest du, dass es zu einer Überkalkung kommt. Wenn du dir nicht sicher bist, woher die Holzasche kommt, solltest du sie nicht am Komposthaufen entsorgen. Es könnten nämlich Schwermetalle enthalten sein. In diesem Fall entsorge die Asche im Hausmüll.

Welche Probleme kann die Verwendung von Asche als Dünger hervorrufen?

Neben den Vorteilen gibt es auch Nachteile in der Verwendung von Asche als Dünger. Diese solltest du beachten. Wenn du die Asche zu ungünstigen Wetterbedingungen und in falscher Konzentration anbringst, kann das fatale Folgen haben. Dies können sowohl die Pflanzen selbst als auch das Bodenleben betreffen. Niederschlag kann dazu führen, dass sich Asche in Sandböden löst und die Bodenchemie verändert.

Ein großes Problem ist, dass es sich bei Asche um eine „Wundertüte“ handelt. Du solltest zunächst eine Analyse durchführen. So kannst du sicherstellen, wie hoch die enthaltene Konzentration von Schwermetallen ist. Diese sind nämlich in jedem Holz enthalten. Bäume nehmen sie über den Boden auf. Es besteht also die Gefahr, dass man den eigenen Boden vergiftet.

Ein weiteres Risiko besteht in dem Brandkalk, der in der Asche enthalten ist. Wenn dieser die Pflanze direkt berührt, kann er zu Blattverbrennungen führen. Häufig wird Asche deshalb nur auf Flächen verteilt, die nicht bewachsen sind.

Welche Alternativen zu chemischen Dünger gibt es sonst noch?

Neben Asche, gibt es auch weitere Alternativen zu chemischem Dünger. Folglich sind einige Beispiel aufgelistet.

  • Kompost: Er ist sehr nährstoffreich und eignet sich ideal für Beete oder Beerensträucher. Der ideale Zeitraum zum Düngen befindet sich im Herbst oder Frühjahr.
  • Kaffeesatz: Dieser enthält eine hohe Konzentration an Stickstoff. Daher eignet sich Kaffeesatz für Nutzpflanzen wie Zucchini, Tomaten und Gurken.
  • Bier: Diese beinhaltet gegorenen Hopfen. Er wirkt auf die gleiche Weise wie Kompost. Pflanzen, die zur Überwinterung in das Haus geholt haben, können mit Bier gegossen werden.
  • Bananenschalen: Sie enthalten eine geringe Konzentration an Stickstoff. Zu viel Düngung mit Bananenschalen ist deshalb gar nicht möglich.
  • Koch- und Mineralwasser: Diese muss auf jeden Fall ungesalzen sein. Wurden darin Kartoffeln, Eier oder Gemüse gekocht, eignet es sich als natürlicher Dünger. Auch Mineralwasser kann eingesetzt werden.
  • Tee aus Zwiebelschalen: Er sollte ausgekühlt sein. Dann kann er einfach zum Gießen verwendet werden.
  • Brennnessel-Brühe: Die Brennnessel enthält viele wichtige Nährstoffe und Mineralien. Die Brühe daraus eignet sich daher ideal als Düngemittel.

Es gibt also eine Vielzahl von natürlichen Düngemittel. Diese können anstelle von chemischem Dünger verwendet werden. Du solltest dich aber über die genaue Anwendung informieren. Außerdem solltest du in Erfahrung bringen, welche Pflanzen welchen Dünger bevorzugen.

Fazit

Du hast gelernt, dass Asche viele Nährstoffe und Mineralien enthält. Diese können sich positiv auf das Bodenleben und die Pflanzen in deinem Garten auswirken. Allerdings solltest du beachten, dass nicht jede Asche als Dünger geeignet ist. Asche ist außerdem nicht für jeden Boden und jede Pflanze vorteilhaft.

Informierst du dich allerdings vorab darüber, woher deine Asche stammt und welchen pH-Wert deine Pflanzen bevorzugen, kannst du die richtige Anwendung sicherstellen. Mögen deine Pflanzen den alkalischen Boden, wird die Asche das Blattwachstum anregen. Sie wird Unkräuter absterben lassen und deinen Garten zum Gedeihen bringen.

Bildquelle: Nagesh Badu/ Unsplash

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