Begonien überwintern
Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2021

Begonien zählen zu den Pflanzen, die sich Hobbygärtner meist jedes Jahr neu kaufen. Meist werden die Pflanzen im Herbst schon nach einer Gartensaison entsorgt. Dabei blühen viele Begonien mehrjährig und können bei der richtigen Pflege problemlos überwintern. Dazu sollten aber einige Maßnahmen ergriffen werden, denn die aus den Tropen stammende Pflanze ist sehr frostempfindlich und die problemlose Überwinterung nicht zu unterschätzen.

Wenn du dich dazu entscheidest, deine Begonien zu überwintern und dabei das richtige Vorgehen wählst, ersparst du dir nicht nur im Frühling neue Pflanzen zu kaufen, sondern du erhältst Jahr für Jahr größere und üppigere Begonienpflanzen. Wie du bei der richtigen Überwinterung vorgehst, zeigen wir dir in diesem Artikel.




Das Wichtigste in Kürze

  • Heutzutage sind ca. 1.000 Arten von Begonien bekannt, welche sich in Blüten-, Blatt-, Strauch- und Knollenbegonien unterteilen lassen. Sie stammen ursprünglich aus tropischen und subtropischen Gebieten und sind daher nicht unbedingt die Temperatur eines typischen deutschen Winters gewohnt.
  • Da Begonien keinen Frost vertragen und nicht winterhart sind, müssen bestimmte Maßnahmen ergriffen werden. Es gibt zwei Möglichkeiten der Überwinterung von Freilandbegonien: Entweder du überwinterst die Begonien im Topf oder du lagerst die Wurzelknolle ein.
  • Weniger ist mehr: Lass die Begonie über den Winter in Ruhe, gieße sie nicht und überprüfe sie lediglich auf Schädlinge oder befeuchte sie, damit sie nicht austrocknen.

Begonien richtig überwintern: Was du wissen solltest und wie es dir gelingt

Im Folgenden klären wir die wichtigsten Fragen, die beim Überwintern von Begonien auftreten. Wir versuchen dir alle notwendigen Informationen und Tipps darzulegen, mit denen du die Pflanzen erfolgreich über den Winter bringst.

Was sind Begonien?

Begonien, die aufgrund ihrer asymmetrischen Blattform auch als Schiefblätter bezeichnet werden, zählen zu einer der beliebtesten Garten- und Balkonbepflanzungen. Zur Gattung Begonia zählen knapp 1.000 verschiedene Arten und stammen größtenteils aus tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas, Amerikas und Asiens.

Begonien überwintern

Begonien wirken aufgrund ihrer asymmetrischen Form und intensiven Farbe natürlich und auffällig zugleich. (Bildquelle: Irina Grotkjaer/ Unsplash)

Daher sind sie bis auf wenige winterharte Arten nicht frosthart und überstehen den deutschen Winter nicht ohne einiger getroffener Maßnahmen. Begonien wachsen als Stauden, Halbsträucher oder Sträucher, von denen einige Knollen bilden und daher als Knollen-Begonien bezeichnet werden. In Deutschland beherbergte Begonien sind meist Knollenbegonien und Semperflorensbegonien.

Sind alle Begonien mehrjährig?

Die meisten Begonienarten sind mehrjährig. Solltest du die Begonien als Balkon- oder Kübelpflanze halten, kannst du sie im Topf überwintern. Knollenbegonien hingegen überstehen das Überwintern am besten, indem du die Knollen einlagerst und sie im Frühling wieder zum Austreiben bringst. Semperflorensbegonien, wozu auch die beliebten Eisbegonien gehören, sind allerdings einjährig und überleben den Winter nicht.

Es gibt mittlerweile auch einige winterfeste Sorten, beispielsweise das Japan-Schiefblatt Begonia sinesis spp. evansiana. Bei diesen können sie sich das Ausgraben sparen und sie draußen im Beet überwintern lassen. Allerdings sollten aber auch diese auf jeden Fall mit Laub und Reisig als Frostschutz versehen.

Wann sollte ich Vorkehrungen für die Überwinterung treffen?

Bereits ab September solltest du Knollenbegonien etwas sparsamer gießen, damit die Blätter langsam welken und die Pflanze abtrocknet, sodass die Energiereserven von den Blättern in die Knollen ziehen. Da Begonien sehr frostempfindlich sind, sollten sie unbedingt im Herbst vor dem ersten Frost reingeholt werden.

Sobald die Temperaturen fallen, zieht sich die Begonien in die Wurzelorgane zurück und die oberirdischen Pflanzenteile sterben ab. Das kann als Zeitpunkt angesehen werden, an dem du die Begonie spätestens auf das Überwintern vorbereiten solltest. Auf jeden Fall solltest du aber darauf achten, dass die Begonie keinen Frost abbekommt.

Begonien sind sehr frostempfindlich und sollten unbedingt im Warmen überwintert werden. (Bildquelle: 123rf / Narinnate Mekkajorn)

Zur Überwinterung hast du zwei Möglichkeiten. Zum einen das Lagern der Wurzelknolle und zum anderen die Überwinterung im Topf. Was du bei den beiden Varianten beachten solltest, wird in den nächsten beiden Abschnitten beantwortet.

Wie überwintere ich Begonienknollen?

Wenn du dich dazu entscheidest, die Begonie zu überwintern, indem du die Wurzelknolle lagerst, solltest du die Knolle zunächst mit dem Spaten oder einer Gartenschere aus der Erde graben.

Die Triebe müssen entfernt und die Knolle gesäubert und auf Schädlinge oder faule Stellen untersucht werden.

Falls du befallene Stellen findest, solltest du diese unbedingt entfernen. Anschließend sollte die Knolle etwa vier Wochen getrocknet werden. Um die Knollen vor dem Austrocknen zu bewahren, empfehlen wir sie in einen Folienbeutel oder Zeitungspapier zu füllen oder in eine Kiste mit Sand oder Humuserde zu legen.

Die Idealtemperatur der Knollen liegt zwischen fünf und 10 Grad Celsius. Außerdem bevorzugt sowohl die Knolle als auch die im Topf überwinternde Begonie eine dunkle Lagerung, weshalb sich insbesondere Keller, Garagen oder eine Werkstatt eignen.

Des Weiteren sollte keine zu große Luftfeuchtigkeit vorhanden sein, es empfiehlt sich aber dennoch die Knollen regelmäßig auf möglichen Schimmelbefall zu kontrollieren. Damit sie nicht fault, solltest du die Knolle nicht gießen. Allerdings darf sie auch nicht vertrocknen, weshalb du sie gegebenenfalls ab und zu leicht anfeuchten kannst.

Kategorie Überwintern der Knolle
Eignung Knollenbegonien
Standort dunkel, geringe Luftfeuchtigkeit
Temperatur 5 – 10 Grad Celsius
Gießen Nein, höchstens leicht anfeuchten

Die Tabelle zeigt die zu erfüllenden Maßnahmen einer Einlagerung der Wurzelknolle. Zum Vergleich ist diese auch noch einmal im nächsten Abschnitt zu finden, in dem es um die Überwinterung im Topf geht.

Wie überwintere ich Begonien im Topf?

Die zweite Variante ist das Überwintern der Begonie im Topf. Insbesondere wenn du die Begonien sowieso als Balkon- oder Kübelpflanze hältst, eignet sich diese Variante. Auch hier solltest du die Spross nach dem Absterben direkt über dem Boden wegschneiden und die Triebe bis auf acht bis zehn Zentimeter kürzen.

Anschließend solltest du die Töpfe abtrocknen und an einem kühlen und gut belüfteten Ort lagern. Während der Überwinterung benötigen die Begonien weder Dünger noch viel Wasser. Ein häufig gemachter Fehler ist das Gießen. In der winterlichen Ruhephase benötigen Begonien nahezu kein Wasser und sollten höchstens nur leicht befeuchtet werden. Die Erde sollte sogar zwischendurch leicht austrocknen.

Kategorie Überwintern im Topf
Eignung Balkon- und Kübelpflanze
Zurückschneiden Spross abschneiden und Triebe zurückschneiden
Standort kühl und belüftetet
Temperatur 8 – 10 Grad Celsius
Gießen Nein, höchstens leicht anfeuchten

Die Tabelle fasst die wesentlichen Kriterien zusammen, die du bei der Überwinterung der Begonien im Topf beachten solltest.

Brauchen Zimmerbegonien im Winter auch besondere Pflege?

Bei einer Zimmerbegonie brauchst du nicht so viel zu beachten, wie bei Freilandbegonien. Im Gegensatz zu Freilandbegonien brauchst du diese nicht zurückschneiden. Verwelkte Pflanzenteile sowie Blütenreste sollten allerdings entfernt werden. Du solltest sie an einem hellen Ort lagern, da sie ansonsten ihre Blätter verliert. Direktes Sonnenlicht sollte allerdings bestenfalls vermieden werden.

Von regelmäßigem Gießen ist dringend abzuraten.

Da die Begonien mehr Kohlenstoffsioxid abgeben als sie durch Fotosynthese aufnehmen, gilt die Regel: Je wärmer der Raum, desto heller sollte er sein. Allgemein beträgt die Idealtemperatur 16 bis 18 Grad Celsius.

Auch Zimmerbegonien benötigen im Winter kaum bis gar kein Wasser und sollten lediglich ab und zu befeuchtet werden, damit die Knollen nicht austrocknen. Ebenso benötigen sie keinen Dünger, auch hier solltest du also aufpassen, die Pflanze nicht zu überpflegen.

Wie gehe ich nach dem Überwintern vor?

Im Topf überwinternde Begonien solltest du zunächst ab Februar an einem hellen und warmen Ort im Haus platzieren. So können die Begonien sich langsam an die Sonne und warmen Temperaturen gewöhnen. Ungefähr ab Mai kannst du die Pflanzen wieder nach Draußen stellen.

Begonien überwintern

Wenn Begonien den Winter gut überstehen, wachsen neue Blüten. (Bildquelle: katerinavulcova/ Unsplash)

Sollten einige Pflanzenteile welk oder krank sein, sollten diese entfernt werden, um der Pflanze nicht zusätzlich Energie zu rauben. Falls sich über den Winter lange, dünne, grünliche Austriebe gebildet haben, sollten diese ebenfalls zurückgeschnitten werden.

Diese wurden über den Winter mit zu wenig Nährstoffen versorgt und werden daher nicht blühen können. Du solltest aber unbedingt darauf achten, nicht die Knospen zu beschädigen oder gar abzuschneiden.

Einen abrupten Übergang von drinnen nach draußen solltest du vermeiden.

Knollenbegonien können bereits im Januar oder Februar ihr Winterquartier verlassen. Dazu sollten die Knollen in Töpfe mit frischer, möglichst humusreicher Erde gesetzt werden, wobei die Delle der Knolle nach oben zeigen sollte.

Anschließend sollte die Knolle mit etwas Erde zur Hälfte bedeckt und mäßig feucht gehalten werden. Bestenfalls bewahrst du den Topf auf der Fensterbank auf, so bilden sich schon bald neue Triebe. Wir empfehlen allerdings, die Begonien erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freiland zu setzen.

Bei richtiger Pflege blühen Begonien jedes Jahr aufs Neue auf. Sie sollten im Halbschatten bis Schatten und mit einem Abstand von etwa 20 cm eingepflanzt werden, da sie schnell und üppig wachsen und leicht faulen, wenn sie gedrängt stehen.

Was mache ich, wenn die Begonien nach dem Winter vertrocknet sind?

Das Abstoßen einiger Blätter ist während der Wintermonate nicht weiter beunruhigend. Sollte aber auch die Knolle vertrocknet sein, kannst du versuchen, sie in einen Topf zu pflanzen, den du an einen hellen Ort stellst und ein paar Tage regelmäßig gießt. Bestenfalls verwendest du hier Aussaaterde, die speziell für Stecklinge und Saatgut ist. Eventuell kann sich die Begonie so noch erholen.

Falls die Begonien vertrocknet sind und sich nicht mehr erholen, solltest du die Methode nächstes Mal ändern und das Projekt der Überwinterung der Begonie keineswegs als gescheitert ansehen. Sollten deine Begonien nach der Überwinterung weniger Wachstum der Triebe und Blüten aufzeigen, mache dir zunächst keine Sorgen. Vor allem Begonien, die lange blühen, zeigen sich meist im folgenden Jahr mit einem weniger ausgeprägten Blütenreichtum.

Fazit

Auch wenn Begonien von Natur aus nicht für die Temperaturen des deutschen Winters ausgelegt sind, kannst du die sie mit einigen Tricks über den Winter bringen. Auch wenn diese Überwinterung zunächst kompliziert wirkt und nur für erfahrene Botaniker erfolgreich auszugehen scheint, ist es leichter als man zunächst denken mag. Daher möchten wir dich ermutigen, deine Begonien zu überwintern.

Denn sobald du die Begonien zurückgeschnitten und entweder im Topf eingepflanzt oder die Knolle eingelagert hast, erfordern sie über den Winter wenig Pflege. Viele neigen hier dazu, sie zu überpflegen oder gießen sie womöglich regelmäßig. Hier lautet der Grundsatz “Weniger ist mehr”. Stattdessen genügt es, die Pflanze bzw. die Knollen auf Schädlinge zu überprüfen oder durch Anfeuchten vor dem Austrocknet zu hindern.

Bildquelle: Antipov / 123rf

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