Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2021

Eichenprozessionsspinner gehören zu der Familie der Zahnspinner und sind kleine Schmetterlinge mit Haaren. Diese Haare brechen sehr schnell ab und können über mehrere Kilometer weit vom Wind weggeweht werden.

Bei dem Menschen sind diese Haare allerdings gefährlich und lösen schwere Reaktionen aus. So können sie bei dem Menschen starken Juckreiz, Raupendermatitis oder aber auch Husten und Asthma auslösen.

Eine allgemeine Meldepflicht beim Befall von Eichenprozessionsspinner ist allerdings noch nicht offiziell vorhanden. Jedoch sollten betroffene Personen, die von einem Befall betroffen sind das Nest im besten Fall entsorgen und melden.




Das Wichtigste in Kürze

  • ab Mai jedes Jahres klettern die Raupen auf Eichen hinauf und gefährden dabei die Menschen und Tiere. Ab Mai sollte man sich in Wäldern lieber in Acht nehmen. Sie erklimmen auf Nahrungssuche in Prozession die Eichkrone. (2)
  • Die Raupen des Eichenprozessionsspinner  bilden im dritten der fünf bis sechs Larvenstadien Brennhaare aus, die sehr schnell brechen und über Kilometer weiter Distanz vom Wind getragen werden können. (1) Für den Menschen sind diese Brennhaare besonders giftig. Sie lösen schwäre Reaktionen aus wie zum Beispiel Juckreiz, Dermatitis aber auch Atembeschwerden.
  • Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass einer der auf eine 30 Raupen umfassende Präzession stößt, diese schnellstmöglich entfernen sollte. Diese Raupen sind nämlich gefährlich für den Menschen.

Eichenprozessionsspinner Meldepflicht: Was du wissen solltest

Eine allgemeine Meldepflicht bei einem Befall von Eichenprozessionsspinner ist noch nicht offiziell bestätigt. Jedoch sollte man bei einem Befall darauf achten, dass man diesen schnellstmöglich beseitigt, da es sonst gefährlich für den Menschen werden kann.

Denn die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners sind nicht ungefährlich für den Menschen und können schwere Reaktionen bei diesen, sowie aber auch bei dem Haustier auslösen.

Wenn ein Nest des Eichenprozessionsspinners entdeckt wurde, sollte dies dann sofort bei den bezirklichen Straßen- und Grünflächenämtern bzw. Bezirksämtern gemeldet werden. (6) Daraufhin führen die Gesundheitsämter im Verdachtsfall eine Gefährdungsanalyse durch.

Woran erkenne ich einen Eichenprozessionsspinner?

Eichenprozessionsspinner sind asch- bis braungrau gefärbt und verhalten sich beziehungsweise sind eher unauffällig. 36 Millimeter ist ungefähr Ihre Flügelspannweite und meist fliegen Sie auch von Ende Juli bis Ende August.

Ab Mai fangen die Raupen an Eichen zu klettern. Diese können eine Länge bis zu fünf Zentimeter erreichen. Ab Mai entwickeln die Raupen Haare, sogenannte Brennhaare, die für den Menschen gefährlich sind. Ein Weibchen kann bis zu 300 Eier legen und ist meist auch größer als ein Männchen. (8)

Eichenprozessionsspinner klettern an den Eichen hoch und legen ihre Eier in den Bäumen ab. (Bildquelle: Jan Huber / Unsplash)

Wenn man einen Eichenprozessionsspinner bei sich im Garten entdeckt hat, dann sollte man umgehend dafür sorgen, dass dieses sorgfältig entsorgt wird, sodass der Mensch oder sein Haustier keine Schäden davon trägt.  (9) Im besten Fall sollte man dies bei dem bezirklichen Straßen- und Grünflächenamt bzw. Bezirksamt melden.

Was soll ich Tun bei einem Befall von Eichenprozessionsspinner?

Wenn man im Garten einen Befall von Eichenprozessionsspinner entdeckt, sollte man umgehend die Fenster und Türen im gesamten Haus schließen, um das Risiko von Brennhaaren im Haus zu verhindern. Die Kleidung sollte bei mindesten 60 Grad Celsius bei einem Kontakt mit den giftigen Brennhaaren, gewaschen werden.

Außerdem sollte man auch sich selbst direkt danach abwaschen. Wenn man allerdings Symptome wie Hautausschlag, Juckreiz oder auch Husten aufzeigt, sollte man dringend und schnellstmöglich den Arzt aufsuchen. (7)

Sobald auch ein Befall bemerkt wurde, muss unbedingt das Ordnungs- oder Grünflächenamt kontaktiert werden. Es wird davon abgeraten den Befall selbst zu entfernen. Dies sollte auf keinen Fall passieren.

Im Folgenden wird eine Übersicht über verwendete Mittel zur Bekämpfung von Eichenprozessionsspinner mit Pflanzenschutzmitteln (PSM) aufgezeigt.

Mittel Eigenschaft
Dipel ES Fraßgift, wirkt bei Darmtrakt
Dimilian 80 WG Fraßgift, Häutungshemmer, wirkt zeitverzögert
Neem Protect Fraßgift, Breitbandinsektizid, wirkt zeitverzögert
Karate Forst Fraß- und Kontaktgift, Breitbandinsektizid, keine Blattmasse nötig

Wann ist es wichtig, die Eichenprozessionsspinner zu melden?

Sobald ein Befall von Eichenprozessionsspinner entdeckt wurde ist es wichtig diesen zu melden. Man sollte dahingehend umgehend das Ordnungs- oder Grünflächenamt informieren, welches sich um die Entsorgung und Bekämpfung der Tiere sorgt. (3, 4)

Beim Befall direkt Ordnungs- oder Grünflächenamt informieren!

Wenn ein Befall in der Öffentlichkeit beziehungsweise freien Natur entdeckt wurde, dann sollte man unbedingt den örtlichen Revierförster oder die Gemeinde- und Stadtverwaltung informieren. Niemals sollte man versuchen den Befall selbst zu beseitigen!

Sobald man einen Befall entdeckt oder aber auch einen Verdacht hat, sollte man diesen umgehend melden. (3)

Wo meldet man einen Eichenprozessionsspinner?

Wer einen Verdacht oder sogar schon einen Befall von Eichenprozessionsspinner entdeckt hat, sollte diesen umgehend melden.

Absperrungen von einer Eiche, wegen Befund von Eichenprozessionsspinner. (Bildquelle: planet_fox / Pixabay)

Hierbei kann man ihn bei dem Ordnungs- oder Grünflächenamt in seiner Umgebung melden, aber auch bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung, wenn man einen Befall in der Natur entdeckt hat. (5)

Wo herrscht die Meldepflicht bei einem Eichenprozessionsspinner?

Eine offizielle allgemeingültige Meldepflicht zur Bekämpfung von Eichenprozessionsspinner gibt es nicht. In Berlin lebt sich der Eichenprozessionsspinner immer weiter aus und sollte deshalb an belebten und stark besuchten Orten, wie Erholungs- und Sportanlagen, Schulen, Kindertagesstätten, Spielplätzen, Haltestellen des ÖPNV, Badegewässern, Freibädern und Wohnhäusern bekämpft werden. (10)

Bundesweit gibt es allerdings keine Spezialgesetzgebung zur Bekämpfung von Eichenprozessionsspinner. Ein allgemeines Sicherheits- und Ordnungsgesetz (§ 17) kommt allerdings in Berlin bereits zur Anwendung.

Fazit

Eine allgemeine Meldepflicht für Eichenprozessionsspinner gibt es nicht, jedoch sollte man sich diesbezüglich darum kümmern, dass man eine spezielle Fachperson beauftragt diese zu beseitigen. Sobald man den Verdacht aufzeigt oder aber auch ein Nest entdeckt hat, sollte man unverzüglich Ordnung- oder Grünflächenamt diesbezüglich informieren.

Eine alleinige Beseitigung diesbezüglich sollte auf gar keinen Fall erfolgen. Denn wer auf den Gedanken kommt, einen Eichenprozessionsspinner von selbst zu beseitigen, riskiert damit seine Gesundheit und die Gesundheit der Mitmenschen oder Haustieren. Denn diese Insekten sind nicht ungefährlich.

Bildquelle: Psubraty / Pixabay

Einzelnachweise (10)

1. Thomas Sobczyk (2014). Der Eichenprozessionsspinner in Deutschland.
Quelle

2. Deutsches Ärzteblatt (2017). Raupen mit reizenden Brennhaaren.
Quelle

3. Frank Angermüller. Krankheiten und Schädlinge auf dem Vormarsch.
Quelle

4. Stephanie Schnabi. Anwendung von Insektiziden im Wald.
Quelle

5. Stephanie Schnabi (2017). Insektizide im Wald.
Quelle

6. Thomothy Mc Call. Zusammenhänge von Klimmaanpassungsverhalten.
Quelle

7. Katrin Jurisch (2016). Konzept zur Anpassung an den Klimawandel.
Quelle

8. Hans-Dietrich Reckhaus (2017). Warum jede Fliege zählt.
Quelle

9. Ein Wunder das der Laden noch läuft.
Quelle

10. J. Baummüller (2009). Veränderung in Umwelt und Gesellschaft und Auswirkungen auf die Gesundheit.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftliche Studie
Thomas Sobczyk (2014). Der Eichenprozessionsspinner in Deutschland.
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Wissenschaftliche Studie
Deutsches Ärzteblatt (2017). Raupen mit reizenden Brennhaaren.
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Wissenschaftliche Studie
Frank Angermüller. Krankheiten und Schädlinge auf dem Vormarsch.
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Buch
Stephanie Schnabi. Anwendung von Insektiziden im Wald.
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Buch
Stephanie Schnabi (2017). Insektizide im Wald.
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Wissenschaftliche Studie
Thomothy Mc Call. Zusammenhänge von Klimmaanpassungsverhalten.
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Buch
Katrin Jurisch (2016). Konzept zur Anpassung an den Klimawandel.
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Hans-Dietrich Reckhaus (2017). Warum jede Fliege zählt.
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J. Baummüller (2009). Veränderung in Umwelt und Gesellschaft und Auswirkungen auf die Gesundheit.
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