Outdoor Growing bezeichnet den Cannabis Anbau unter freiem Himmel. Orientieren wir uns an der natürlichen Biologie der Pflanze, keimt diese im Frühjahr und stirbt im Herbst ab, ist also einjährig.

Es kommt nun gezielt darauf an, die Keimung zu überwachen, die Wachstumsphase zu beobachten und die Blüte abzuwarten. Hierbei gibt es Unterschiede zu machen.

Die Blühphase unterteilt sich in die Früh-Blüte, dabei zeigen sich erste Ansätze der Blüte. Während der Vorblüte kannst du bereits die ersten Blüten erkennen. Erst während der Vollblüte kommt es zur Ausbildung der vollständigen Blüten, welche letztlich auch THC produzieren. Während des Outdoor Growings bist du gefragt, denn die Pflanzen sind empfindlich und benötigen einiges an Pflege.

Die Vor- und Nachteile des Outdoor Growings

Im freien kultivierte Cannabispflanzen versprechen hohe Erträge. Die natürlichen Bedingungen lassen manche Exemplare bis zu sechs Meter hoch wachsen. Je nach Größe der Freifläche lassen sich weit mehr Pflanzen heranziehen, als im Zimmer.

Wird genügend Pflanzabstand eingehalten, sind kräftige Pflanzen das Ergebnis. Outdoor Growing bedarf weniger Pflegeaufwand, als die Anzucht von Cannabis im Zimmer. Da es in unseren Breiten häufig regnet, sparst du dir zudem einen Großteil der Bewässerung und deine Cannabispflanzen gedeihen durch das Regenwasser bestens.

Vorteile
  • hohe Erträge
  •  ideale Lichtverhältnisse
  • großzügiger Standort
  • vergleichsweise wenig Pflegeaufwand
  • Bewässerung durch Regenwasser spart das Gießen
Nachteile
  • Risikoreich Zucht
  • Schädlingsbefall
  • Wildverbiss
  • Schimmelgefahr
  • Wettereinflüsse nicht kalkulierbar

Für Outdoor Growing wird der passende Standort benötigt, nicht nur im Hinblick auf die Ansprüche der Pflanze. Ist der Standort nicht gut abgeschirmt, besteht immer das Risiko einer Entdeckung durch Nachbarn oder Passanten.

Im Freien können die Pflanzen natürlich auch von Schädlingen befallen werden. Verregnete Sommer lassen die Cannabispflanzen häufig schimmeln. Generell kann das Klima nicht kontrolliert oder beeinflusst werden. Ungünstige Witterungseinflüsse können Wachstum und Blüte der Pflanzen hemmen.

Arten von Outdoor Growing

Bei der Kultivierung der Cannabispflanze im Freien lassen sich zwei Methoden unterscheiden. Das „normale“ Outdoor Growing bezeichnet die Kultivierung der Pflanzen auf dem eigenen Grund und Boden. Ist das eigene Grundstück gut abgeschirmt, ist die Gefahr, entdeckt zu werden relativ gering.

Die zweite Methode wird als Guerilla Growing bezeichnet. Der Anbau erfolgt hierbei auf öffentlichen Grundstücken, sprich in Waldgebieten oder auf Wiesen. Wer dann allerdings nach seinen Pflanzen schaut, sollte dies nicht ohne Alibi tun. Ein Picknickkorb, eine Kamera oder ein Pilzbuch liefern hier gute Gründe, rein zufällig unweit der Cannabiszucht gesichtet zu werden.

Outdoor Growing – die ersten Schritte

Am Anfang stehen die Vorbereitungen. Die Vorbereitung sollte bereits im Herbst des Vorjahres beginnen und erstreckt sich bis in den April des Folgejahres hinein.

Die Vorbereitung umfasst im Einzelnen:

  • Festlegen des Standorts/Erkunden des Terrains
  • Zeitpunkt für die Pflanzung bestimmen
  • passende Samen auswählen
  • Equipment beschaffen
  • bei Guerilla Growing die Logistik abklären

Zunächst geht es darum, den passenden Standort ausfindig zu machen, sei es im eigenen Garten oder in der „Wildnis“. Die Pflanzen benötigen viel Licht und Wärme. Der Boden sollte aufgelockert werden. Unkraut, Wurzeln oder Steine sind zu entfernen. Die Bodenvorbereitung kann sich im Freien über einige Zeit erstrecken und sich recht aufwendig gestalten.

Du solltest den Boden bereits im Herbst säubern und umstechen. Dann braucht die Fläche im Frühling nur noch eingeebnet und bepflanzt werden.

Der Zeitpunkt der Pflanzung richtet sich nach der Wahl des Standortes und nach dem vor Ort herrschenden Klima.

Die Pflanzen sollten erst in den Boden gesetzt werden, wenn nicht mehr mit Nachtfrösten zu rechnen ist. Die passenden Samen werden nun wiederum entsprechend der Standortwahl und des Pflanz-Zeitpunktes ausgewählt.

Hanfpflanzen

Du solltest nicht einfach drauf loslegen: Outdoor Growing benötigt genaue Planung. (Bildquelle: 123rf.com / 43434030)

Beim Guerilla Growing kann die Pflanzung sich mitunter recht abenteuerlich gestalten und du wirst einiges an Equipment benötigen. Bedenke auch, dass es möglichst wenig Aufsehen erregen sollte, wenn du zum Pflanzen und Gärtnern anrückst.

Welche Samen können verwendet werden?

Im Freien gedeihen die Pflanzen unter besonderen Umständen. Daher wäre es ein Fehler, sich für minderwertigen Hanfsamen zu entscheiden. Es rechnet sich hierbei, auf spezielle Samen zurückzugreifen, welche sich für den Außenbereich anbieten.

Die Nachteile einer falschen Samenwahl sind ein kümmerlicher Pflanzenwuchs und eine sehr geringe Keimungsrate. Als besonders geeignet haben sich die in Deutschland weniger bekannten AmsterdamMarijuanaSeed (AMS) erwiesen.

Du kannst auch Sensiseeds verwenden. Beide Sorten sind von hoher Qualität und resistent gegenüber Schimmel und Schädlingen.

Einige Tipps rund um die Pflanzung

Die Cannabis Samen werden in kleine Pflanztöpfe gesetzt, sobald sich ein kleiner weißer Faden aus der Samenkapsel schiebt. Es wird noch einige Wochen dauern, bis die Pflanze die ersten voll ausgebildeten Blätter besitzt. Während dieser Zeit sollte der Pflanztopf wenn möglich im Freien stehen.

Der Standort sollte abgelegen und gut geschützt gewählt werden. Man sollte die Pflanze weder sehen noch riechen können. Ein Zaun schützt vor ungebetenen Gästen im Beet und dient als Abschirmung vor Wild.

Guerilla Growing sollte dennoch zentral erfolgen. Es kann sich ansonsten zu einem wahren Kraftakt entwickeln, an heißen Tagen mehrmals täglich die kilometerweit entfernten Pflanzen in einem schier unpassierbaren Waldstück zu gießen.

Kann ich Outdoor Growing auch auf dem Balkon betreiben?

Der Anbau der Cannabispflanzen auf Balkon und Terrasse ist ausgesprochen praktisch und erspart die Mühen des Guerilla Growings. Jeder Balkon wird sich allerdings nicht eignen.

Es sollte sich in jedem Fall um einen nicht einsehbaren Balkon handeln. Ideal sind Dachterrassen, wo die Pflanzen gleichzeitig auch die notwendige Sonneneinstrahlung abbekommen. Täglich mindestens sieben Stunden Sonne sollten Cannabispflanzen erhalten.

Mit der Anzucht auf dem Balkon kannst du zwischen April und Mai beginnen. In klimatisch begünstigten Regionen kann im April gestartet werden. In rauen Gebirgslagen ist der Mai der ideale Monat. Auch wenn du Bedenken hast, deine Pflanzen wachsen zu üppig, bietet es sich an, bis Mai abzuwarten.

Die Samen werden in kleine Pflanztöpfe gesetzt und zum Keimen in die Sonne gestellt. Die Erde darf während dieser Zeit nicht austrocknen. Nach etwa acht bis zehn Tagen sind die ersten Keime zu sehen.

Bekommen die jungen Pflänzchen ausreichend Sonne, wachsen sie in wenigen Wochen etwa 20 Zentimeter in die Höhe und bilden mehrere Blattpaare aus. Dann werden die jungen Pflanzen umgetopft, regelmäßig gegossen und weiterhin artgerecht kultiviert.

Ist der Anbau von Marihuana im eigenen Garten strafbar?

Drogen zu konsumieren, wird nicht strafrechtlich verfolgt. Anders verhält es sich mit der Einfuhr und dem Anbau von Cannabis. Teilweise kann Entwarnung gegeben werden. In §29 Abs.5 des Betäubungsmittelgesetzes findet sich ein Vermerk, dass es legal wäre, Cannabis für den Eigenbedarf anzubauen.

Doch darauf solltest du dich nicht verlassen. Dieser Gesetzestext legalisiert den Eigenanbau von Drogen nicht, es wird dem Gericht nur ein gewisser Freiraum geboten, nach eigenem Ermessen zu urteilen und mögliche Strafen abzuwenden. Du bekommst damit also keinen Freibrief zum Drogenanbau.

Es wird im Text von einer geringen Menge ausgegangen. Dies wird jedoch nicht näher definiert oder begrenzt. Auch hier können die Richter also frei entscheiden, ob sie die Menge an Cannabispflanzen für gering halten oder nicht. Damit kann nicht bundesweit von einer einheitlichen Rechtslage ausgegangen werden.

Die Praxis lässt deutliche Unterschiede erkennen. Es wurden bereits Verurteilungen wegen einiger weniger Pflanzen ausgesprochen. Es gab jedoch auch bereits Freisprüche bei Pflanzenmengen, die wohl eher weniger für den Eigenanbau gedacht waren.

Jeder Fall wird also, rechtlich gesehen, gesondert betrachtet. Eine Besonderheit dabei ist zum Beispiel das Vorliegen einer Fremdgefährdung. Werden triftige Gründe hierfür gefunden, dann wird in jedem Fall eine Verurteilung erfolgen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links


[1] https://www.cannabisanbauen.net/outdoor-growing/


[2] https://sensiseeds.com/de/blog/top-5-tipps-fuer-den-outdoor-grow-von-cannabis/


[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Outdoor-Growing


[4] https://www.thc.guide/cannabis-anbau/outdoor-growing/


[5] https://www.hanfsamenladen.com/guerilla-growing


[6] https://www.grow.de/artikel/growing-detailseite/ratschlaege-von-sensi-seeds-fuer-das-outdoor-growing.html


[7] https://1000seeds.info/wordpress/outdoorgrow/

Bildquelle: 123rf.com / 35882724

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